Große Koalition: Zwischen Vernunftehe und Notlösung
Was in Wien gerade gescheitert ist, hat in Berlin Bestand: die Große Koalition. Anders als hiezulande ist in Deutschland die Regierungsform die Ausnahme der Regel.

Foto © APDeutshlands Kanzlerin Merkel und Vizeklanzler Steinmeier: Trotz Rivalität gibt's konstruktive Arbeit
Die Große Koalition ist tot, es lebe die Große Koalition. Was in Österreich fast eine Dauereinrichtung ist, gibt es in Deutschland überhaupt erst zum zweiten Mal. Nur einmal haben zuvor haben sich die beiden Volksparteien CDU und SPD von 1966 bis 1969 zusammen geschlossen und eine Regierung gebildet.
Unterschiede. Und das mag auch der gravierende Unterschied sein, warum die Koalition aus CDU und SPD im Gegensatz zu der aus ÖVP und SPÖ hält. Es ist eine Vernunftehe, um den Stillstand in Deutschland zu bewältigen und die notwendigen Reformen auf möglichst breite Schultern zu verlagern. Beide Parteien bringen den Willen auf, um dieses Projekt bis zum Ende der Legislaturperiode durch zutragen. Außerdem würde bei Neuwahlen einer der beiden Partner aus dem Machtapparat fallen.
Konträr. Völlig anders die Lage hiezulande: In Österreich war der Schulterschluss zwischen SPÖ und ÖVP im Jänner 2007 eine Notlösung, eine Koalition wider Willen, weil sich rechnerisch sonst nichts anders ausging.
Traum Die Österreicher können von deutschen Verhältnissen nur träumen: In Deutschland werden in der Regel Verbindungen mit einem kleinen Partner gesucht wird. Solche Verbindungen sind auch in der Bevölkerung bislang weit angesehener. In Österreich sind Große Koalition nach den Erfahrungen der letzten Monate unten durch.
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Vom ersten Tag an regierte in ihrer Koalition das Misstrauen: Gusenbauer und MoltererFoto © APA












