Grüne wollen Gratis-Mobilitätskarte für Pendler
Die Grünen planen eine Gratis-Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Zudem halten die Grünen den Kampf um Platz drei aufrecht, mit drei neuen Köpfen, die beim Wahlkongress im September vorgestellt werden.

Foto © APAMichaela Sburny
Die Grünen wollen den öffentlichen Verkehr
langfristig gratis machen. Als ersten Schritt fordert die Grüne
Bundesgeschäftsführerin Michaela Sburny, das erste Jahr den geplanten
Mobilitätspass für Pendler kostenlos zu gestalten. Das Ziel müsse
auch angesichts der steigenden Energiepreise sein, vom
Individualverkehr unabhängiger zu werden. Neuerlich betont Sburny die
Notwendigkeit einer Energiewende, "die sehr viel mit sozialer
Sicherheit zu tun hat. Es muss Heizen für alle möglich sein und wir
wollen sicherstellen, dass nicht den Ölscheichs in unsicheren Ländern
Geld in den Rachen geschaufelt wird".
Grüne Schwerpunkte.
Jedenfalls hätten die Grünen den Kampf um Platz drei bei den
vorgezogenen Nationalratswahlen im September keineswegs aufgegeben.
"Wir wollen stärker werden und dafür sorgen, dass Politik nicht so
abstoßend wie momentan ist", spielte sie auf den Konkurrenten um den
dritten Platz, die FPÖ, an. Inhaltliche Schwerpunkte der Umweltpartei
werden neben Energiewende und einer Steuerreform, die ab 2009
gefordert wird und Entlastungen für die untersten Einkommen vorsieht,
auch die Forderung nach flächendeckenden Kindergartenplätzen und die
Frauenfrage sein. Die FPÖ verbreite Angst- und Hassparolen nicht nur
gegen Ausländer, sondern auch gegen Frauen.
Thema EU-Schwenk.
Was die EU-Frage betrifft, verwies Sburny darauf, dass eine
Volksabstimmung, wie die SPÖ dies nun in einem Schwenk verlange,
nicht die Probleme löse, die es in Österreich gebe. Natürlich seien
die Grünen genauso für Verbesserungen der EU in den Bereichen Atom,
Verkehr oder soziale Gerechtigkeit. Der Lissabon-Vertrag hätte hier
schrittweise Verbesserungen gebracht. "Die Probleme lassen sich doch
nicht mit einer Volksabstimmung oder einer negativen Haltung
gegenüber der EU lösen. Die EU ist nicht nur ein Friedensprojekt,
sondern auch der Wohlstand ist gestiegen. Nur ist der Wohlstand in
Österreich nicht gerecht verteilt, aber das ist das Versagen der
Regierung, nicht der EU."
Neue Köpfe.
Die Grünen werden ihren Wahlkongress mit der Erstellung der
Bundesliste - bei der Alexander Van der Bellen auch formal zum
Spitzenkandidaten gewählt wird - am 7. September in Wien abhalten.
Auf dieser Bundesliste soll es auch "zwei bis drei" neue Köpfe geben
- Quereinsteiger aus den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Migration.
Namen wollte Sburny weiterhin keine nennen. Man wolle aber auch den
Jugendbereich abdecken. Eine eigene Jugendquote, die bereits mehrmals
diskutiert wurde, werde es vorerst nicht geben.
Die Landeslisten der Grünen müssen bis 17. August erstellt werden.
Ob es beim Bundeskongress im September einen Gegenkandidaten zu Van
der Bellen geben werde, könne sie jetzt noch nicht sagen. Die Frist
für die Kandidatur läuft am 22. August ab. Die ersten Wahlplakate
wollen die Grünen erst Anfang September präsentieren. Dass die ÖVP
schon jetzt mit Plakaten aufscheine, zeige nur, dass die Finanzen der
Volkspartei "ein bissl anders sind. Nicht umsonst haben die unseren
Antrag auf Wahlkampfkosten-Begrenzung abgelehnt."













