Wahlwerbung: 800.000 Euro mehr für die Parteien
Wählen ab 16 erhöht einmalige Aufwendungen auf rund 13 Millionen Euro - rund 800.000 Euro mehr als 2006.

Foto © APAWieder fließt viel Geld in die Wahlwerbung
Rund 50 Mio. Euro hat der Wahlkampf 2006 die Parteien nach Schätzung des Politologen Hubert Sickinger gekostet, finanziell bedeuten die vorgezogenen Neuwahlen also eine erhebliche Belastung für deren Budgets. Dafür dürfen sich die Parlamentsparteien diesmal über einen höheren Wahlwerbungskosten-Beitrag freuen, der über die Anzahl der Wahlberechtigten berechnet wird: Dank Wählen ab 16 und der Inflationsbereinigung dürfte dieser von 12,4 auf rund 13 Mio. Euro erhöht werden.
Fakten
Die höchsten "dezentralen" Ausgaben für die Wahl bei den Großparteien dürfte nach Ansicht des Politologen die ÖVP verzeichnen, die über Landesorganisationen und Bünde einen Teil ihrer Kosten abdecken.
Großparteien.
Nach der jüngsten Rechnungslegung aus 2007 haben die Großparteien
für die Nationalratswahl 2006 deutlich mehr Geld ausgegeben, als
angekündigt. Demnach haben ÖVP und SPÖ insgesamt fast 32 Mio. Euro in
die Öffentlichkeitsarbeit gesteckt. Insgesamt kostete die
Materialschlacht des Jahres 2006 den Parteien rund 42 Millionen,
wobei Sickinger von insgesamt 50 Mio. Euro ausgeht, wenn man die
dezentralen Kosten mit einrechne. Darunter fallen etwa die
Investitionen der Landesorganisationen oder von Parteiorganisationen
wie den Bünden.
Wahlberechtigte.
Von der öffentlichen Hand bekommen die Parteien nur für die Wahl
den einmaligen Werbungskosten-Beitrag, dessen tatsächliche Höhe erst
mit dem Vorliegen der Anzahl der Wahlberechtigten (meist erst am
Wahltag) ausgewiesen wird. Wie hoch der Wahlwerbungskosten-Beitrag
tatsächlich ausfallen wird, ist derzeit nur überschlagsmäßig
errechnet worden. Pro Wahlberechtigten werden es inflationsbereinigt
etwas mehr als zwei Euro sein, insgesamt werden sich die Parteien
wahrscheinlich über einen Betrag zwischen 13 und 13,2 Mio. Euro
freuen dürfen, wie aus unterschiedlichen Berechnungen hervorgeht.
Förderung.
Aufgefüllt werden die Wahlkampfkassen ebenfalls über jährliche
Parteien- und Teile der Klubförderung, so Sickinger. Die Gelder für
die Parteiakademien dürfen nicht für Wahlwerbung ausgegeben werden.
Die Parteienförderung macht 2008 für alle im Parlament vertretenen
Fraktionen 15,57 Mio. Euro aus, die direkt für den Wahlkampf
budgetiert werden dürfen. Dazu kommt ein Teil der insgesamt 15,55
Mio. schweren Klubförderung: Rund 39 Prozent davon dürfen für die
"Öffentlichkeitsarbeit des Klubs" ausgegeben werden, so Sickinger.
"Über Umwege" dürfte diese Summe somit ebenfalls dem Wahlkampf
großteils zu Gute kommen, schätzte er.
Features
Neuwahlen in Österreich
Großparteien
Zusätzlich erhalten die Parteien natürlich Gelder über die Mitgliedsbeiträge, die 2007 bei der SPÖ 14 Mio. Euro und bei der ÖVP 18 Mio. Euro ausmachten.
FPÖ, Grüne & BZÖ
Weit abgeschlagen lagen FPÖ (1 Mio. Euro), Grüne (100.000 Euro) und BZÖ (200.000 Euro). Dazu kommen Parteisteuern, die im Fall von Rot und Schwarz bei jeweils 8 bis 9 Mio. Euro, bei Blau 2 Mio. und bei Grünen und BZÖ bei 500.000 Euro liegen.













