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    Zuletzt aktualisiert: 07.07.2008 um 20:16 UhrKommentare

    Gusenbauer: Dem "Volkskanzler" blieb der Erfolg versagt

    Der Lebenstraum Bundeskanzler wurde für Alfred Gusenbauer zum Leidensweg. Die Achse der Koalition war nie tragfähig, die Krise war alltäglich.

    Foto © APA

    Das leicht schmerzhaft wirkende Lächeln war sein unfreiwilliges Markenzeichen. Wenn Alfred Gusenbauer wieder einmal einschlägig aufgefallen war, einen "Sager" riskiert oder einen "Scherz" auszubügeln hatte, dann gerann ihm das Gesicht zu jener nur vordergründig maliziös wirkenden Maske, unter der sich das Leiden des von Freund, Feind und Bevölkerung Unverstandenen verbarg. Das war so nach dem "üblichen Gesudere", nach den arbeitsscheuen "Senatoren" und anderen Fehltritten.

    Kurz. Nein, ein Sonnenkönig wie sein Vorbild Bruno Kreisky war er nicht, der zehnte und kürzest dienende Bundeskanzler der Zweiten Republik. Als sich sein Sandkastentraum vor eineinhalb Jahren nach langem Warten doch noch erfüllte, hätte er nicht geglaubt, die härteste Etappe seiner Politikerkarriere noch vor sich zu haben. Ein "Volkskanzler" wollte Gusenbauer damals sein, mit der U-Bahn fahren und Nachhilfestunden geben. Geblieben ist das Bild eines Mannes in weißen Radlerhosen, der sich im Urlauber-Jet das Ticket upgraden lässt.

    Teuer bezahlt. Der Keim des Scheiterns war seinem Kabinett in die Wiege gelegt. Ende 2006 hatte "Gusi" für sein Büro am Ballhausplatz teuer bezahlt: Die SPÖ-Wahlversprechen waren Makulatur, das Außen-, Innen- und Finanzministerium ging an die ÖVP, ja sogar den verhassten Karl-Heinz Grasser hätte Gusenbauer als Finanzminister akzeptiert. "Hauptsache Kanzler", spottete damals ein Nachrichtenmagazin.

    Zu schwache Hausmacht. Weil die Achse der Koalition mangels gemeinsamen Gestaltungswillens nie belastbar war, blieb der Regierungschef ein leichtgewichtiger Moderator. Es reichte zu keiner großen Reform und nicht einmal zur Inthronisierung des Wunschkandidaten Neil Shicoff als Staatsopern-Chef. Innerparteilich hatte Gusenbauer es sich mit der Gewerkschaft verscherzt. Als nach den Wahlschlappen der Sturm losbrach, erwiesen sich die Jugendfreunde um Doris Bures als zu schwach.

    Fähig. Man soll Gusenbauer nicht einseitig beurteilen. Er ist zweifellos ein gebildeter, polyglotter, außenpolitisch versierter Intellektueller. Franz Vranitzky kam aus dem Bankwesen, Viktor Klima aus dem Ölgeschäft - Gusenbauer kam aus der Politik. Aber er war zur falschen Zeit am falschen Ort. Nun soll er angeblich Job-Angebote der Baukonzerne Alpine und Strabag haben. Widersteht er dieser "kapitalistischen" Versuchung, dann werden ihm die Genossen schon bald im verklärenden Rückblick zubilligen, er hätte das Zeug zum großen Staatenlenker gehabt. Zu gescheit für die Politik und dann auch noch der Hättiwari vom Ballhausplatz - ein durch und durch österreichisches Schicksal.

    ERNST SITTINGER

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