Bartenstein erklärt Wahlkampf indirekt für eröffnet
Wirtschaftsminister Martin Bartenstein lobt Gusenbauer und attackiert Faymann: "Im Moment hängt uns ein großer roter Klotz um den Hals".

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In der Koalition herrschen weiter raue Töne,
Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) hat am Montagabend eine
scharfe Attacke auf die SPÖ geritten und den Wahlkampf indirekt für
eröffnet erklärt. "Nachdem der Ministerrat so etwas wie ein
Wahlkampfauftakt war, ein inoffizieller", sei es derzeit schwer, mit
Sachthemen durchzukommen, beklagte Bartenstein bei einem
Presseheurigen am Abend in Wien. Die Verantwortung dafür sieht der
Minister beim Koalitionspartner: "Im Moment hängt uns ein großer
roter Klotz um den Hals und zieht uns mit nach unten."
"Lebenslauf wenig aussagekräftig".
Die Koalition sei besser als ihr Ruf, aber die Situation habe sich
zuletzt verschlechtert, sagte der Minister: "So kann's nicht
weitergehen. Das ist niemandem mehr zuzumuten." Ostentatives Lob
zollte Bartenstein dem SP-intern schwer angeschlagenen Kanzler Alfred
Gusenbauer (S). "Der Bundeskanzler ist zumindest jemand, der den
Kanzler dahebt", verwies der Minister auf die gute internationale
Performance Gusenbauers. Neo-SP-Chef Werner Faymann habe dagegen nur
auf eine "lupenreine Wiener Karriere" zu verweisen: "Ich habe noch
nie einen Kanzler-Aspiranten erlebt, dessen Lebenslauf so dünn und so
wenig aussagekräftig war."
Vermögenszuwachssteuer.
Inhaltlich provozierte Bartenstein den Koalitionspartner mit einer
klaren Absage an die von der SPÖ gewünschte Vermögenszuwachssteuer.
Die sei lediglich zur Finanzierung des Gesundheitssystems vorgesehen
und mit dem nun vorliegenden Kassensanierungspaket nicht mehr
notwendig. "Aus meiner Sicht ist diese Geschichte erledigt und daher
kein Thema", deponierte der Wirtschaftsminister unmissverständlich.
Einmal mehr forderte Bartenstein außerdem eine Teilprivatisierung des
Verbundkonzerns zur Finanzierung eines Pflegefonds. Angesichts des
Nein der SPÖ zur Pensionsautomatik bezweifelte Bartenstein die
"Paktfähigkeit" Faymanns: "So geht's sicherlich nicht." Keinen
Kommentar des Ministers gab es auf Gerüchte, er könnte dem künftigen
Landeshauptmann Günther Platter im Innenministerium nachfolgen.
Darauf ging er bei der Begrüßung der Journalisten in einem Wiener
Heurigen nur scherzhaft ein und feixte: "Später erwarten wir auch
meinen neuen Mitarbeiter in Uniform."












