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    Zuletzt aktualisiert: 27.06.2011 um 11:47 UhrKommentare

    Die zwei Gesichter des Fuat Sanac

    Mal liberal, mal glaubensstreng. Der neue Islam-Chef ist schwer zu fassen.

    Fuat Sanac

    Foto © APAFuat Sanac

    Fuat Sanac? Der sei als islamischer Religionslehrer "voll in Ordnung" gewesen. "Seine Ansichten sind super", schwärmt einer seiner früheren Schüler auf der Homepage von "Biber", einem liberalen Monatsmagazin für junge Migranten.

    Sanac, der heute zum Vorsitzenden der Islamischen Glaubensgemeinde (IGGiÖ) in Österreich gewählt wird, lässt in der Tat mit - für einen islamischen Religionsgelehrten - erstaunlichen Positionen aufhorchen. Dass sich seine Tochter nach einem London-Aufenthalt gegen das Kopftuch entschieden hat? Was soll's. Auf die menschlichen Qualitäten käme es an, erklärt Sanac mit offener Geste. Ob jemand die frommen Regeln des Islam beachte oder nicht: zweitrangig.

    Der oberste Islamvertreter als antiautoritärer Religionsvater?

    Das wäre wohl ein Trugschluss. Wenn es konkret wird, bezieht der türkischstämmige 57-Jährige eindeutig Position. Zwar verurteilte er die Aussagen des inzwischen zurückgetretenen IGGiÖ-Vize Ahmet Hamidi (zu viel Sport sei schädlich für Frauen). Zugleich erklärte Sanac aber, wie sich Musliminnen in öffentlichen Schwimmbädern zeigen sollten: im Vollkörperbadeanzug.

    Dass er als junger Mann in Deutschland Spitzenfunktionär der radikalen türkischen Splitterpartei "Milli Görüs" war, wischt er genervt vom Tisch. "Na und? Ist das ein Verbrechen?" Das sei lange her, er habe mit Politik längst nichts mehr am Hut. Zu einer Distanzierung von der Partei, die von einer Großtürkei träumt und nach Ansicht des deutschen Verfassungsschutzes zumindest tendenziell antisemitisch auftritt, ist er aber nicht bereit.

    Sanac will lieber an seinen Zielen gemessen werden. In den kommenden Jahren möchte er die starren Strukturen im muslimischen Parlament lockern und die Position der Frauen stärken. Seine Macht wie die der Glaubensgemeinschaft über die 400.000 Muslime in Österreich ist ohnehin begrenzt. Gegen radikale Prediger kann er formal wenig ausrichten. Hier schwebt dem ehemaligen Profi-Boxer eine Änderung der gesetzlichen Grundlagen vor. Die Zukunft wird weisen, ob er damit auch in seiner neuen Rolle zum Schwergewicht wird.

    WOLFGANG RÖSSLER

    Zur Person

    Fuat Sanac wurde 1965 in der Türkei geboren. 1978 zog er nach Deutschland, 1982 kam er als Religionslehrer nach Wien, wo er seither in der islamischen Glaubensgemeinschaft tätig ist. Sanac ist Fachinspektor für Religionsunterricht. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

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