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Zuletzt aktualisiert: 06.05.2011 um 16:49 UhrKommentare

Der Leibarzt als Nachfolger

Ayman al Zawahiri (59) gilt als "Hirn" und Nummer zwei von Al Kaida. Der Arzt, für dessen Ergreifung die USA 25 Millionen Dollar bieten, könnte die Nachfolge von Osama bin Laden als Al-Kaida-Führer antreten.

Ayman al Zawahiri an der Seite von Osama bin Laden

Foto © ReutersAyman al Zawahiri an der Seite von Osama bin Laden

Nach dem Tod von Osama bin Laden dürfte das Terrornetzwerk Al Kaida nicht lange ohne Führer bleiben. Ayman al Zawahiri könnte die Nachfolge des Terror-Paten antreten. Der wortgewandte Vordenker des islamischen Extremismus entwickelte sich in den vergangenen Jahren zum Sprachrohr Bin Ladens, dem der studierte Mediziner auch als Leibarzt diente. Rasch brachte er es bei Al Kaida zur Nummer zwei.

Sein Werdegang weist ihn als regelrechten Karriere-Islamisten aus. In seiner Heimat Ägypten wandte er sich schon als Jugendlicher dem radikalen Islam zu. Nach seinem Medizinstudium im Kairo machte sich der Sproß einer angesehenen Familie aus dem Nildelta mit leidenschaftlichen Plädoyers gegen den Westen und für eine Rückbesinnung auf die Wurzeln des Glaubens einen Namen im islamistischen Untergrund. Seine Gruppe Al Jihad soll 1981 bei der Ermordung von Präsident Anwar el Sadat die Fäden gezogen haben. Zawahiri konnte keine Beteiligung nachgewiesen werden, doch wegen Waffenbesitzes wurde er für drei Jahre eingesperrt. Im Gefängnis wurde er schwer gefoltert, etablierte sich aber zugleich unter den Mitgefangenen als einer der führenden Männer des ägyptischen Islamismus.

Zawahiri war vor und nach seinem Gefängnisaufenthalt mehrmals in Afghanistan. Er versorgte dort die im Kampf mit den sowjetischen Truppen verletzten Mujahedin. Mitte der 80er Jahre setzte er sich mit einer Handvoll Getreuer endgültig aus Ägypten ab, zunächst vermutlich nach Saudi-Arabien und in den Sudan. In Ägypten startete Al Jihad eine Anschlagserie. Als einer der Drahtzieher wurde Zawahiri in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

In Pakistan und Afghanistan traf er mit Osama bin Laden zusammen. Er galt bald als dessen rechte Hand und als Ideologe des Terrors. Die Strategie hinter den verheerenden Anschlägen vom 11. September 2001 dürfte maßgeblich von ihm erdacht sein.

Im Dezember 2001 verlor er bei einem US-Angriff in Afghanistan seine Frau, seine beiden Töchter und einen Sohn. Die USA bieten für Zawahiris Ergreifung 25 Millionen Dollar.


Zur Person

Ayman al-Zawahiri, geb. am 19. Juni 1951 in Maadi (Ägypten).

Werdegang: Trat schon als Jugendlicher in radikale Untergrundorganisationen ein. Studierte Medizin und arbeitete als Chirurg. Stieg in den 80er-Jahren zu einem der führenden Köpfe des islamistischen Terrors auf.

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