Eiserne Elitesoldatin der Schwarzen
Maria Fekter (55) ist, wo die ÖVP sie braucht. Bald im Finanzministerium? Auch als Klubobfrau oder Justizministerin ist sie im Gespräch.

Foto © APMaria Fekter
Das Lob kommt von unerwarteter Seite. Eine "hervorragende Kollegin" sei Maria Fekter gewesen, erzählt die Grüne Volksanwältin Terezija Stoisits. Eine ÖVP-Frau, die die Anliegen ihrer Mandanten notfalls auch gegen Widerstand aus schwarzen Ministerien durchsetzte. Denn: Auftrag ist Auftrag.
Dass Fekter Volksanwältin wurde, verdankte sie unterdessen einem seltenen Fall von Aufmüpfigkeit in eigener Sache. Gegen den Willen der schwarzen Gremien trat sie 2007 zur Wahl als Zweite Nationalratspräsidentin an - gegen Michael Spindelegger. Fekter unterlag knapp und wurde zum Trost Volksanwältin, ein Jahr später Innenministerin.
Nun kreuzen sich Fekters und Spindeleggers Wege erneut. Nur dass Fekter inzwischen keine lästige Konkurrentin mehr ist, sondern eine seiner wichtigsten Stützen: Die resche Juristin wird unter der Hand bereits als neue Finanzministerin gehandelt. Auch als Klubobfrau oder Justizministerin ist sie im Gespräch.
Dass sie all dies kann, steht für Freund und Feind weitgehend außer Streit. Schon vor 20 Jahren sammelte sie als Staatssekretärin Regierungserfahrung, seither hat sie fast alle Stationen der politischen Karriereleiter durchlaufen. Nicht immer mit den besten Haltungsnoten, aber stets immer zur Zufriedenheit der Partei.
Abfällig sprach sie von den "Rehaugen" Arigona Zogajs und verschärfte während ihrer Amtszeit fast im Halbjahrestakt die Fremdengesetze. Dass sie sich dabei gegen Koalitionspartner SPÖ durchsetzen konnte, spricht für Fekters Entschlossenheit.
Politisch ist sie am rechten Rand der ÖVP angesiedelt. Fekters Lieblingsthemen sind Sicherheit, Recht und Ordnung. Mit liberalem Gedankengut hat sie ebenso wenig am Hut wie mit Feminismus. Wie die ehemalige britische Premierministerin Margret Thatcher empfindet sie den Beinamen "eiserne Lady" geradezu als Adelsprädikat.
Mit Thatcher verbindet Fekter noch etwas: finanzielle Unabhängigkeit. Als Erbin eines großen Kieswerkes ist sie auf die Politik als Brotberuf nicht angewiesen. Fekter muss nichts werden. Aber wenn man sie fragt, wird sie kaum "Nein" sagen. Auftrag ist Auftrag.











