Alexander Lukaschenko - Väterchen kann hart zuschlagen
Alexander Lukaschenko (56) führt Weißrussland mit eiserner Hand.

Foto © ReutersFreunde hat Lukaschenko im Inland und im Ausland kaum noch
Von seinen weißrussischen Landsleuten lässt er sich gerne "Batka" nennen - "Väterchen". Doch für seine Kritiker ist Alexander Lukaschenko der letzte Diktator Europas; der Staatschef führt die frühere Sowjetrepublik seit 1994 mit harter Hand. Mit stalinistischen Methoden schaltete der Sowjetnostalgiker seine Gegner aus. Nach der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl im Dezember 2010 ließ er auch mehrere Herausforderer ins Gefängnis des Geheimdienstes KGB werfen. Doch nach dem Anschlag in der Minsker U-Bahn steht er nun selbst unter Druck; manche verdächtigen Lukaschenko, selbst damit in Verbindung zu stehen. Andere wieder vermuten, dass sich die Bombe sogar gegen den Diktator höchstpersönlich richtete.
Macht- und Siegeswille
Dem autoritären Langzeit-Staatschef wird ein unbändiger Macht- und Siegeswille nachgesagt. Mehrere Wahlen und Referenden hat der 56-Jährige manipulieren lassen. Seine prägenden Jahre verbrachte Lukaschenko in der Sowjetarmee. Dem untergegangenen Imperium mit seinen Regeln von Befehl und Gehorsam trauert der studierte Agrarökonom und Historiker bis heute nach. Während der Perestroika wandte er sich der Politik zu und unterstützte 1991 den reaktionären Putsch gegen Gorbatschow. Im weißrussischen Parlament in Minsk kämpfte er vergeblich gegen die Loslösung des Landes von Moskau.
Sein eigenes kleines Sowjetreich
Zu Beginn des Jahrtausends strebte der Vater zweier Kinder dann eine "Wiedervereinigung der slawischen Bruderstaaten" Russland und Weißrussland an - selbstverständlich unter seiner Führung. Damals scheiterte der Militärfan am kaum weniger ausgeprägten Machtwillen von Kremlchef Putin. Und so habe sich Lukaschenko, lästern Gegner, in Weißrussland sein eigenes kleines Sowjetreich aufgebaut.
Neutrale Beobachter sprechen eher von einem staatskapitalistischen chinesischen Modell. Unstrittig aber ist, dass Lukaschenko keinen Spaß versteht, wenn es um seine Führungsrolle geht. Schon nach der Wahl 2004 ließ er Regierungsgegner von der Miliz zusammenknüppeln oder internieren.











