Neue Präsidentin des Kosovo gilt als Geschöpf der Amerikaner
Atifete Jahjaga (35) wird neue Staatspräsidentin des Kosovo. In der Öffentlichkeit ist die bisherige Vize-Polizeichefin des Kosovo kaum bekannt. Sie hat wesentliche Teile ihrer Ausbildung in den USA absolviert.

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Kaum nominiert, hüpfte die künftige Präsidentin des Kosovo gleich in den ersten Fettnapf: Christopher Dell habe sie angerufen, der mächtige Botschafter der USA. Deutlicher kann man sich kaum outen. Kaum dass ihr Name in die Öffentlichkeit drang, galt die 35-jährige Atifete Jahjaga schon als reines Geschöpf der Amerikaner. "Sie hat in den letzten zehn Jahren mehr Zeit in den USA verbracht als im Kosovo", heißt es aus dem Umfeld von Premier Hashim Thaci.
Tatsächlich hat die designierte Präsidentin des Kosovo im Laufe ihrer steilen Karriere von US-Seite jede Art von Förderung erfahren. Nachdem sie 2000 als Übersetzerin in den Dienst der neu gegründeten Kosovo-Polizei getreten war, hat die parteilose Juristin an der FBI-Akademie studiert und ein Stipendiumprogramm des amerikanischen Marshall-Zentrums für Sicherheitspolitik in Garmisch-Partenkirchen absolviert. Ein Kurs an der britischen Bramshill-Polizeischule und ein Postgraduate-Studium in Manchester rundeten das Training ab. Seit Jahren wird Jahjaga von der US-Botschaft in Prishtina allen prominenten US-Politikern vorgeführt, die den Kosovo besuchen. Fotos zeigen die Parade-Polizistin sogar mit George W. Bush und Hillary Clinton.
Politische Erfahrung hat die Neue keine, in der Öffentlichkeit ist sie kaum bekannt. In Polizeikreisen gilt sie als gute und fleißige Verwalterin. "Ich lese morgens um sechs schon meine Mails", sagte sie einem US-Polizeimagazin. Ihre Karriere führte sie über die Führung der Ausbildungsabteilung über die Leitung der Grenzpolizei ins Amt der Vize-Polizeichefin. Nachdem Polizeichef Behar Selimi im Oktober wegen politischer Ambitionen seinen Hut nehmen musste, verwaltete sie bis zur Wahl eines Nachfolgers das vakante Amt.
Jahjaga stammt aus einer muslimischen Familie in der Stadt Gjakova im Westen des Landes und ist mit dem Zahnarzt Astrit Kuci verheiratet. Dass die Ehe kinderlos blieb, ist im konservativen Kosovo begründungsbedürftig. "Noch" sei es nicht so weit, verriet sie vor Kurzem einer Zeitschrift. Einstweilen, gab sie an, spielt sie oft und gern mit ihrem kleinen Neffen Tomor.











