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    Zuletzt aktualisiert: 10.12.2010 um 14:45 UhrKommentare

    Der Drachentöter richtet sich selbst

    Fluchtartik hat Kroatiens Ex-Premier Ivo Sanader (57) sein Heimatland verlassen. Er selbst spricht von einer "Dienstreise". Sanader wird wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch und Bildung einer kriminellen Vereinigung per internationalem Haftbefehl gesucht.

    Kroatiens Ex-Premier Ivo Sanader

    Foto © ReutersKroatiens Ex-Premier Ivo Sanader

    Kroatiens ehemaliger Premierminister Ivo Sanader ist derzeit wohl die am meisten gehasste Person in seinem Land. Dabei ist es schwer zu sagen, woran sich die Menschen bei ihm am stärksten reiben. Möglicherweise sind es seine Starallüren. Die Kroaten stören sich aber auch an seinem plötzlicher Abgang aus der Politik ohne Angabe von Gründen. Einen Einfluss auf das nationale Unwohlbefinden hat aber auch Sanaders Vorliebe zu Glanz und Reichtum.

    Letzteres lässt sich immerhin klar aus Sanader Herkunft ableiten. Der ehemalige Regierungschef wurde 1953 bei Split in einfachsten Verhältnissen geboren. Der Vater war Gastarbeiter in Deutschland. Ivo Sanader und seine Geschwister wurden von der Mutter in einem Armenviertel von Split hochgezogen. Die Stütze bildete die Kirche. Eine seiner Schwestern wurde Ordensfrau, ein Bruder Priester. Ivo Sanader selbst war Priesterseminarist in Pula, wo er auch seine Matura machte. Doch mit diesem Abschluss vom Priesterseminar konnte man im kommunistischen Jugoslawien an keiner Universität inskribieren. Sanader ging deshalb nach Österreich. In Innsbruck studierte er Romanistik. Ingesamt 14 Jahre verbrachte er in Österreich. An Politik zeigte er damals noch kein Interesse.

    Stattdessen kaufte er sich in typischer Gastarbeitermanier einen "Mercedes", reiste regelmäßig nach Jugoslawien und arbeitete dort sowie in Österreich in unterschiedlichsten Branchen. Noch vor der Errichtung Kroatiens schloss sich Sanader dann Tudjmans "HDZ" an.

    Nach einem Zwischenstopp 1991 in Split als Theaterintendant, kam er 1993 ins Außenministerium nach Zagreb. Doch sein eigentlicher Aufstieg begann nach Tudjmans Tod, als die "HDZ" im Jänner 2000 die Wahlen verlor. Sanader übernahm eine demoralisierte Partei. Mit seiner proeuropäischen Politik gewann er 2003 und 2007 die Wahlen.

    Sanader war dabei ein autoritärer Parteichef, man nannte ihn "Drachentöter". Gleichzeitig baute er Seilschaften, die - wie die Anklage behauptet - zu "kriminellen Organisationen" wurden. Seine Flucht ins Ausland kam einem Geständnis gleich.

    ALEXANDER ORSSICH, ZAGREB

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