Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
23. Mai 2013 05:07 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Herr der vielen Versprechungen Der allzeit fromme Vermittler Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Porträts Nächster Artikel Herr der vielen Versprechungen Der allzeit fromme Vermittler
Zuletzt aktualisiert: 15.09.2010 um 11:40 UhrKommentare

Der Krieger geht zum Angriff über

Tony Blair (57), britischer Ex-Premier, rechnet drei Jahre nach seinem Abgang als britischer Regierungschef mit seinem Nachfolger ab. In seinen eben erschienenen Memoiren nimmt er sich kein Blatt vor den Mund.

Tony Blair

Foto © ReutersTony Blair

Drei Jahre lang, seit seinem Rücktritt 2007, hielt sich Tony Blair aus der britischen Innenpolitik heraus, widmete sich dem Geld verdienen, seinen Immobilien und dem Nahostfrieden. Aber er schrieb auch, per Hand und ganz alleine, wie er versicherte, seine über 700 Seiten langen Memoiren.

Jetzt kam das Buch in die englischen Buchhandlungen. Und mit vernichtender Kritik an Blairs Nachfolger Gordon Brown hat das Werk des einstigen Langzeitpremiers wie eine Bombe eingeschlagen - vor allem in der Labour-Partei. Denn der als brillanter Redner geltende Blair nimmt sich schreibend kein Blatt vor den Mund: "Es war klar, dass das nie funktionieren würde". Er habe gewusst, dass Brown "ein katastrophaler Premier" werde; die Labour Partei habe ihm "leidgetan". Dann resümiert er Browns Charakter so: "Politisches Kalkül: ja. Politische Gefühle: nein. Analytische Intelligenz: absolut. Emotionale Intelligenz: null."

Blair schreibt über "den Albtraum" des Irak-Kriegs, Prinzessin Diana, "die manipulativ ist, wie ich", den Streit um die Fuchsjagd, wie er den Nordirland-Friedensprozess mit Lügen beförderte. Aber es waren die ständigen Auseinandersetzungen mit Gordon Brown, die ihn dazu trieben, "Stütze im Alkohol" zu suchen. Ein Whisky vor dem Essen und dann bis zu einer halben Flasche Wein am Abend. Zu guter Letzt macht der heute 57-Jährige seinen Nachfolger für Labours Wahlniederlage im Mai verantwortlich. Blair unterstützt nicht nur massiv die Kandidatur seines Zöglings David Miliband als neuer Labour-Führer gegen seinen Bruder und aussichtsreichen Rivalen Ed Miliband - nach der politischen Enthaltsamkeit mischt sich Blair damit auch wieder massiv in die Innenpolitik ein.

Selbstkritik ist nichts, was man dem vierfachen Vater zuschreiben würde. Zum Irak-Krieg, den Blair an der Seite George Bushs durchgezogen hatte, schreibt er, wie er Tränen um die Opfer vergossen habe, aber "Worte des Beileids und des Mitleids sind unzureichend. Sie sind tot, und ich, der Entscheider, bin am Leben". Den Krieg als einen Fehler zu bezeichnen, weigert sich Blair auch heute noch.

MATTHIAS THIBAUT, LONDON

Fakten

Anthony Blair wurde am 6. Mai 1953 in London geboren.

Werdegang: Ausbildung im Nobelinstitut Fettes in Schottland, Universität Oxford. 1994 bis 2007 Chef der Labour-Partei. 1997 bis 2007 Regierungschef Großbritanniens. Sondergesandter des Nahost-Quintetts.

Wikileaks

Wikileaks | Foto: APA

Die Internetplattform Wikileaks hat mehr als 250.000 Dokumente von amerikanischen Diplomaten veröffentlicht. Peinliches Desaster mit weltweiten Folgen.

Politik im Bild

Schwarz-gelber Protest im Nationalrat 

Schwarz-gelber Protest im Nationalrat

 

KLEINE.tv

Sulm-Kraftwerk: Ein Hauch von Hainburg

Etwa 250 Menschen demonstrierten in Schwanberg gegen Ein Wasserkraftwerk...Noch nicht bewertet

 


Fakten & Wissen

Verstehen und mitreden. Fakten und Hintergründe zum aktuellen politischen Geschehen.

 

Die Arabische Welt im Umbruch

AP


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang