Hüttenberg: Fast eine Million für einen Arbeitsplatz
Sieben Jahre Planung, zwei verworfene Projekte, 700.000 Euro verlorene Kosten: Der Landesrechnungshof zerpflückt die Tibet-Pläne für Hüttenberg. Von Antonia Gössinger.

Foto ©
Sieben Jahre in Tibet: Am Anfang standen das Buch und der Film über Hüttenbergs großen Sohn Heinrich Harrer. Seine Freundschaft mit dem Dalai Lama, dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter, war der Ideengeber für den Bau eines Tibet-Zentrums in Hüttenberg. 2005 präsentierte die Rogner-Gruppe ein 22 Millionen Euro teures Projekt eines Gesundheitszentrums. Sieben Jahre später liegt ein Rohbericht des Landesrechnungshofes vor, der auf 107 Seiten eine verworrene Projektgeschichte nachzeichnet.
Die Prüfer orteten allein für die Planungen 700.000 Euro verlorene Kosten für das Land; ohne die Eigenleistungen des Landes und der eingebundenen landesnahen Unternehmungen. Sie stießen auf bekannte Akteure und erhielten keine Antworten. So hatte beim Rogner-Projekt die Hypo mit 85.000 Euro eine Vorprojektstudie mitfinanziert. Warum, das blieb "nicht nachvollziehbar", denn der Hypo-Vorstand berief sich auf Geschäftsgeheimnisse.
Anwalt und Land großzügig
Die offene Frage, wer Leistungen von Rechtsanwalt Gert Seeber bezahlt hat, beantwortete dieser Dienstag im Gespräch mit der Kleinen Zeitung: Er habe "ein schönes Honorar von 20.000 bis 30.000 Euro in den Kamin geschrieben", weil die erste Planungsgesellschaft kein Geld mehr hatte.
Beim zweiten Projekt, einem Wohlfühl-Hotel, das drei russische Investoren bauen wollten, hinterfragen die Prüfer "inwieweit das Nichtzustandekommen einer Einbürgerung zu einer kritischeren Haltung gegenüber dem Projekt führte".
Beim dritten Projekt, einem JUFA-Gästehaus (das Kürzel steht für "Junge Urlaubsidee für alle") einer steirischen Gruppe in Kombination mit einem tibetischen Ausbildungszentrum in Knappenberg, ortet der Landesrechnungshof vielfache Großzügigkeit seitens des Landes: Man habe auf die Klärung der Detailfragen verzichtet, das wirtschaftliche Risiko nicht analysiert und fördere geplante sieben neue Arbeitsplätze mit 943.000 Euro pro neu geschaffenen Arbeitsplatz.
Das Projekt ist mit 8,5 Millionen veranschlagt, zwei Drittel zahlt das Land. Finanzreferent Harald Dobernig (FPK) sieht dies als "Baustein zur positiven Entwicklung des benachteiligen ländlichen Raumes".
Die Landesregierung, die Kärntner Tourismusholding und die Gemeinde Hüttenberg haben jetzt acht Wochen Zeit für ihre Stellungnahmen zum Bericht.
















