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"Haider pochte auf Millionen" Uwe Scheuch winkt noch milderes Urteil Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Polit-Skandal in Kärnten Nächster Artikel "Haider pochte auf Millionen" Uwe Scheuch winkt noch milderes Urteil
Zuletzt aktualisiert: 16.09.2012 um 21:29 UhrKommentare

Bei Schloss-Verkauf kassierten Freiheitliche mit

Korruptionssumpf in Kärnten wird immer tiefer: 240.000 Euro Vermittlungsprämie musste Anwalt auf Aufforderung von Jörg Haider zahlen - Frank Stronach ist hingegen zu billig an Schloss Reifnitz gekommen. In "Connect-Affäre" steht Urteil bevor. Von Antonia Gössinger.

Foto © Weichselbraun

Viel zu billig sei Magna-Gründer Frank Stronach zu Schloss Reifnitz gekommen, heißt es seit Mitte August. Da wurde der 2005 über die Bühne gegangene Verkauf bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Denn Stronach musste der von einem FPK-Bürgermeister geführten Gemeinde Maria Wörth nur 6,4 Millionen Euro für das Schloss mitsamt sieben Hektar Seegrund zahlen. Jörg Haider hatte dem Milliardär das Wörthersee-Jubel zugeschanzt. Dass der Klagenfurter Rechtsanwalt Gert Seeber den Verkauf abwickelte und dafür der freiheitlichen Partei-Werbeagentur "Connect" eine "Auftragsakquisitionsprämie" von 240.000 Euro zahlte, war bekannt, seit die Korruptionsstaatsanwaltschaft im Vorjahr gegen die Agentur aktiv wurde. Neu ist, wie der "Kurier" in den Unterlagen der Ermittler fündig wurde, dass das Geld direkt auf ein Konto der Partei floss, damals BZÖ, jetzt FPK.

Seeber erzählte den Korruptionsjägern auch, wie die Inkasso-Partie ablief. Er soll von Haider einen Anruf erhalten haben, dass die Partei Geld brauche. Wenn er nicht "willig" sei, gebe es genügend andere Anwälte, welche den Magna-Auftrag abwickeln würden. Seeber verstand und erhielt eine Rechnung der "Connect". Das angegebene Konto gehörte nicht der Agentur, sondern der Partei.

Der heutige Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler war damals Parteikassier. Er habe von der Agentur nichts gewusst, sagt er stets. Gestern rückte FPK-Klubchef Gernot Darmann zur Verteidigung aus: Dörfler sei in den "Fall Connect" nie eingebunden gewesen. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt auch nicht gegen ihn. Als die Machenschaften der "Connect" bekannt wurden, musste Geschäftsführer Manfred Stromberger sein Landtagsmandat zurücklegen. Uwe Scheuch, damals noch FPK-Chef, kündigte die Liquidierung der Agentur an. Laut Firmenbuch ist das bisher aber noch nicht erfolgt.

Spannung vor Urteil

Während der "Connect"-Vorhabensbericht der Ermittler bei der Oberstaatsanwaltschaft liegt, soll in einem anderen Kärntner Korruptionsfall am Freitag geurteilt werden. Richter Manfred Herrnhofer will den Prozess um das Millionen-Honorar beim Verkauf der Hypo-Bank zum Abschluss bringen. Der bisherige Prozess-Verlauf mit den Geständnissen von Steuerberater Birnbacher und Ex-ÖVP-Chef Martinz hat ein Polit-Beben in Kärnten ausgelöst, das vorzeitige Landtagswahlen zur Folge haben wird.

ANTONIA GÖSSINGER

Korruptionsfälle

Honorar-Prozess. Nach mehrwöchiger Pause geht am Donnerstag im Landesgericht Klagenfurt der Prozess um das Sechs-Millionen-Berater-Honorar beim Verkauf der Hypo-Bank weiter. Das Urteil über die vier wegen Untreue Angeklagten soll am Freitag gefällt werden.

Agentur-Skandal. "Connect" heißt die Werbeagentur, mit der die FPK (damals als BZÖ) bei Firmen, die öffentliche Aufträge erhielten, für "Beratungen" abkassierte. Seit dem Vorjahr ermittelt in der Causa die Korruptionsstaatsanwaltschaft.

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