Landesfirmen droht Lähmung
Kolumne "Chefetage" von Adolf Winkler: Weil der Landtag blockiert ist, stockt die Reform zur Straffung der Landesfirmen. Manager-Verträge hängen in der Luft.

Foto © KLZ/Helmuth WeichselbraunNeuer Aufsichtsrat Werner Wutscher. Er löst für die ÖVP Rumpold ab
Kann sich Kärnten für seine politische Neuordnung Zeit lassen? Nein. Im Gegenteil. Es drängt. Kärntens Wirtschaft kann sich ein Herumzaudern der Politik um Neuwahlen jedenfalls nicht leisten. Solange der Kärntner Landtag von der FPK blockiert wird, um einen Neuwahlbeschluss zu verhindern, kann auch die höchst fällige Straffung der Landesfirmen, auf die sich FPK, ÖVP und SPÖ schon geeinigt haben, nicht vollzogen werden. Um Landesholding und KWF aus einer Hand zu leiten, von sieben Landesmanagern fünf einzusparen und um die EAK aufzulösen, müssen das KWF-Gesetz und das Landesholding-Gesetz im Landtag geändert werden. Tapfer verteidigt Landesrat Harald Dobernig den Plan und spricht davon, dass er umgesetzt wird. Doch solange Landeshauptmann Gerhard Dörfler im Neuwahlpoker mit den anderen Parteiobmännern blockiert, steht der Landtag.
Den Landesfirmen blüht statt Straffung Lähmung. Die Landesmanager hängen mit ihren Verträgen, die in den letzten Monaten bis Jahresende verlängert werden mussten, bald wieder in der Luft. Jeder kann sich ausmalen, was ihr Ablaufdatum für die Geschäftsführer und ihre Mitarbeiter bedeutet. Viele Fragen sind offen. Bleibt der Flughafendirektor oder wird er ausgeschrieben - und was passiert bis dahin am Flughafen? Bleiben EAK-Chefin Sabrina Schütz-Oberländer und Kärnten-Werbung-Chef Christian Kresse, deren Verträge ebenfalls mit Jahresende enden? Üben die Holding-Vorstände Gert Xander und Hans-Jörg Megymorez in der Prozesspause Aufsichtsratsaufgaben in Landesfirmen aus?
Wenigstens wird der Landesholding-Aufsichtsrat aufgefüllt. Für Uwe Scheuch kommt FPK-Landesrat Christian Ragger, für Kurt Scheuch FPÖ-Obmann Christian Leyroutz und für Achill Rumpold Ex-Rewe-Manager Werner Wutscher, den ÖVP-Obmann Gabriel Obernosterer als neuen Aufsichtsratsvorsitzenden durchbringen will. Kurt Scheuch glaubt, dass die Holding handlungsfähig sein wird und hält die Landesfirmen-Straffung heuer für machbar.
Ohne Neuwahltermin kaum.

















