Landesholding in Auflösung
Adolf Winkler in seiner Kolumne "Chefetage" über die missbrauchte, schwer verrufene und völlig gelähmte Landesholding, die ausgedient hat. Auch das ruft laut nach Neuwahlen.

Foto © EggenbergerRumpold und Dobernig
Ich halte dort keine Sitzung mehr ab. Meine Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Landesholding lege ich schriftlich zurück." Achill Rumpold, zurückgetretener ÖVP-Landesrat, zieht seinen Ausstieg aus der Politik konsequent durch.
Die Führung im Aufsichtsrat fällt somit dem stellvertretenden Vorsitzenden zu. Der heißt Uwe Scheuch und hat mit seinem Rücktritt als FPK-Chef und Landeshauptmann-Stellvertreter ebenfalls den "totalen" Abschied von der Politik erklärt.
Also muss der zweite stellvertretende Vorsitzende den Karren ziehen: Kurt Scheuch, der dann zugleich als FPK-Obmann, Landeshauptmann-Stellvertreter und Kabeg-Aufsichtsratschef mit Allmacht ausgestattet wäre.
In Wirklichkeit ist der Landesholding-Aufsichtsrat nur mehr eine Rumpftruppe und der Aufsichtskommissär Harald Dobernig muss sich morgen erneut als Zeuge und einstiger Aufsichtsrat vor Richter Manfred Herrnhofer Fragen zu Dietrich Birnbacher stellen. Sollten bis Mitte des Monats Urteile nicht nur gegen Birnbacher und Josef Martinz, sondern auch gegen die Holding-Vorstände Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander fallen, ist der Super-GAU für die Holding perfekt. Wo zaubert man dann ein neues Management her? Auch wenn die Unschuldsvermutung gilt: Die Landesholding ist geliefert.
Die Idee für sie stammte einst von Christof Zernatto. Josef Martinz wollte dann die unter Karl Pfeifenberger wuchernden Landesfirmen darunter schlichten und straffen. In Wirklichkeit haben Martinz und Jörg Haider sie aber zum Vehikel für den Hypo-Verkauf gemacht und für ihren Tatplan, das Skandalhonorar Birnbachers für die Parteikassen von ÖVP und BZÖ zu dritteln, auserkoren. Über alle Einwände von Gaby Schaunig & Co. wurde drübergefahren.
Der Missbrauch der Landesholding ist so schändlich, wie ihr Ruf zerstört ist. Mit der BayernLB in Klagen und Drohungen verstrickt, mit Flop-Projekten von der Homebase-Plattform bis zur Fußball-EM-Werbung bekleckert. Die Versuche von Rumpold und Dobernig, die Struktur der Holding und Landesfirmen auf neue, schlankere Beine zu stellen, blieben nun im Politikskandalsumpf stecken.
530 Millionen Euro liegen bei der Holding angelegt, über zehn Millionen Euro Zinsen sollten eigentlich direkt den KWF speisen. Von Kärnten Werbung bis Flughafen ist riesiger Steuerungsbedarf da. All das solide aufzustellen, geht nur mehr nach Neuwahlen. Aber rasch!

















