Dörfler: "Ich hänge an keinem Gängelband"
Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) spricht im Kleine Zeitung-Interview über ein Regierungsamt als Familien-Sache und seine Rolle dabei.

Foto © KLZ/Markus TraussnigLässt die Scheuch-Brüder gewähren und würde Jörg Haider heute gerne Fragen stellen: Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK)
Herr Landeshauptmann Gerhard Dörfler, fühlen Sie sich noch wohl in Ihrer Haut?
GERHARD DÖRFLER: Ich fühle mich immer wohl in meiner Haut.
Uwe Scheuch hat bei seinem Rücktritt erklärt, damit wäre die einzige offene Flanke der FPK geschlossen. Sehen Sie das auch so?
DÖRFLER: Ich sehe das auch so.
Die Ermittlungen, die gegen das übrige FPK-Regierungsteam im Gange sind - Ihre Person eingeschlossen - ist keine offene Flanke der FPK?
DÖRFLER: Warum soll das eine offene Flanke sein? Hat SPÖ-Chef Peter Kaiser eine offene Flanke, weil auch gegen ihn nach einer Anzeige bald untersucht wird?
Uwe Scheuch hat seinen Rücktritt erklärt. Gleichzeitig hat er und haben Sie signalisiert, dass dies nur ein Rücktritt auf Zeit ist. Wollen Sie die Öffentlichkeit für dumm verkaufen?
DÖRFLER: Nein. Uwe darf ja wohl darauf hoffen, dass eine nächste Instanz ein anderes Urteil fällt. Das kann ja auch durchaus ein Freispruch sein.
Das hören wir von FPK-Seite dauernd. Haben Sie Signale, dass es ein Freispruch wird?
DÖRFLER: Ich habe überhaupt keine Signale. Ich bin nicht der Rechtsstaat. Aber man muss jedem die Chance geben, bis eine Rechtskraft da ist, so oder so.
Ist für Sie ein Regierungsamt die Privat-Sache einer Familie, in diesem Fall der Familie Scheuch?
DÖRFLER: Es gibt keine Sippenhaftung. Es gibt auch in Medien Partner, die im gleichen Hause arbeiten. Und es gibt immer wieder Familien, die sehr politisch sind und mehrere Personen in der Politik tätig sind, wenn man an den Huber-Clan oder an Ausserwinkler senior und junior denkt.
Was sagen Sie den Menschen, die sagen, Gerhard Dörfler hängt am Gängelband der Scheuchs?
DÖRFLER: Ich hänge an niemandes Gängelband. Ich bin ein parteiübergreifender Landeshauptmann. Das ist der Versuch gewisser Akteure, es so darzustellen.
Weil Sie die Scheuch-Brüder so gewähren lassen und ihnen so brav assistieren, gibt es auch die verbreitete Vermutung, diese hätten etwas gegen Gerhard Dörfler in der Hand. Stimmt das?
DÖRFLER: Solche Fragen sind der Polemik zuzuordnen. Gegen Gerhard Dörfler wird niemand einmal etwas in der Hand haben.
Sie sind sicher, dass es nichts gibt, was Ihnen eines Tages vorgehalten werden kann?
DÖRFLER: Ich bin ohne Brieftasche auf die Welt gekommen, ich werde sie auch wieder ohne Brieftasche verlassen. Ich arbeite nicht für eine Partei, ich arbeite für die Menschen und das Land. Das unterscheidet mich von vielen politischen Akteuren aller Couleurs.
Um ORF-Journalist Armin Wolf zu zitieren: Geben Sie Ihr Ehrenwort, dass man gegen Sie nichts in der Hand haben kann?
DÖRFLER: Ich gehe zu 100 Prozent mit diesem Ehrenwort davon aus. Aber haben Sie das schon einmal einen anderen gefragt?
Ja, ÖVP-Chef Josef Martinz. Ein Wiener Journalist schreibt, Sie hätten ihm "erschütternden Klartext" anvertraut. Welchen?
DÖRFLER: Ich halte fest, dass ich heute Jörg Haider einige Fragen stellen würde und möchte. Kann ich aber nicht.
















