Dörfler: "Das kann jedem von uns passieren"
Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler nimmt FPK-Regierungsmitglieder Scheuch und Dobernig in Schutz.
Quelle © doerfler-pk_digi120726.gif | Foto: KLZ Digital Dörfler: "Werde nicht wild um mich schlagen"
Kärnten versinkt im Korruptionssumpf, wann wird neu gewählt?
GERHARD DÖRFLER: Für Neuwahlen gibt es keinen Grund. Ich werde mich am aktuellen Neuwahlgetöse nicht beteiligen. Man muss jetzt alle Sümpfe trockenlegen. Darauf werde ich mich in den nächsten Wochen voll konzentrieren.
Sie sind der Landeshauptmann aller Kärntner. Warum machen Sie nur den FPK-Regierungsmitgliedern die Mauer?
DÖRFLER: Ich mache niemandem die Mauer, wehre mich nur gegen Vorverurteilungen. Man muss genau unterscheiden: Im Fall des ehemaligen VP-Obmannes Josef Martinz gibt es ein Geständnis. Gegen die FPK-Regierungsmitglieder Uwe Scheuch und Harald Dobernig wurden Erhebungen eingeleitet. Das kann jedem von uns passieren.
Beim Prozess hat Steuerberater Dietrich Birnbacher ausgesagt, Scheuch und Dobernig hätten eine halbe Million Euro zur Parteienfinanzierung von ihm verlangt. Was sagen Sie dazu?
DÖRFLER: Die Aussagen des Herrn Birnbacher richten sich von selbst. Er hat fünf Jahre lang alle angelogen.
Als das Honorar geflossen ist, also im Jahr 2008, waren Sie Finanzreferent und stellvertretender Obmann des damaligen BZÖ. Hat Ihre Partei damals auch Geld bekommen?
DÖRFLER: Ich hatte mit dieser Affäre überhaupt nichts zu tun und wurde niemals einvernommen. Es gab und gibt keine Erhebungen gegen Dörfler in dieser Sache, ich wurde auch niemals verdächtigt.
Was wird jetzt geschehen?
DÖRFLER: Das Schiff Kärnten schwankt jetzt auf hoher See. Als Landeshauptmann muss ich dafür sorgen, dass es wieder in ruhige Gewässer kommt.
Wie soll das funktionieren?
DÖRFLER: Ich muss mich jetzt durch die vorliegenden Protokolle durchackern. Und glauben Sie mir, ich werde das mit aller Gewissenhaftigkeit tun. Dann wird sich herausstellen, welche Konsequenzen zu ziehen sind und wer zur Verantwortung zu ziehen ist.
Haben Sie mit Scheuch und Dobernig schon gesprochen, ob es konkrete Gründe gibt für die Erhebungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft?
DÖRFLER: Natürlich haben wir darüber gesprochen. Und es gilt: Beide haben das Recht, weiterzuarbeiten, solange sie nicht rechtskräftig verurteilt sind. Politiker dürfen nicht zum Freiwild werden. Vorverurteilungen kann man leicht in die Welt setzen. Es sind aber nicht alle, die verdächtigt werden, auch wirklich Täter.

















