Gewinner und Verlierer am "Polit-Bazar"
Noch hat der neue ÖVP-Chef Michael Spindelegger sein Team nicht ganz beisammen. Eins steht schon fest: Wieder einmal hat sich Erwin Pröll als Königsmacher durchgesetzt, Spindelegger ist ein lupenreiner Niederösterreicher.

Foto © APAAuf der Suche nach den richtigen Leuten: Michael Spindelegger
Noch dazu stellt die mächtigste und erfolgreichste Landesfraktion mit Johanna Mikl-Leitner die Innenministerin. Erwin Pröll war Strippenzieher beim Aufstieg und Fall von Josef Pröll. Dessen politischer Abstieg begann, nachdem er den Einzug des Onkels in die Hofburg torpediert hatte.
Bei der Kür des Pröll-Nachfolgers hatten - wieder einmal - die Oberösterreicher das Nachsehen. Landeshauptmann Josef Pühringer und Wirtschaftsbundchef Christoph Leitl hatten auf Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner gesetzt. Unter dem Strich steigen Oberösterreicher und Wirtschaftsbund bei der Zusammensetzung der neuen Mannschaft aber gar nicht so schlecht aus: Mit Mitterlehner und Innenministerin Maria Fekter besetzen sie zwei Schlüsselressorts. Zu den Gewinnern zählt auch der ÖAAB: Nicht nur Spindelegger, auch Mikl-Leitner und Wissenschaftsministerin Beatrix Karl gehören dem Arbeitnehmerflügel der Volkspartei an.
Auf ein Osterwunder müssen der Bauernbund und die steirische Volkspartei hoffen: Beiden droht der Verlust eines Regierungsmitglieds. Nach dem Ausstieg von Josef Pröll aus der Politik gehört mit Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich nur noch ein Agrarier dem neuen ÖVP-Team an. Die Hoffnung, dass der Bauernbündler Fritz Kaltenegger in die Regierung einzieht, hat sich zerschlagen. Bis zuletzt war unklar, ob der steirische Landeschef Hermann Schützenhöfer Staatssekretär Reinhold Lopatka in Wien halten kann.
Übersiedelt der gebürtige Innsbrucker Hannes Rauch ins Generalsekretariat, kann Tirols ÖVP-Chef Günter Platter den Ausstieg von Kurzzeit-Staatssekretärin Verena Remler leichter verschmerzen. Vorarlberg stellt mit Karlheinz Kopf auch künftig den Klubobmann.
Angesichts der mageren Ausbeute bei den Landtagswahlen haben die Wienerin Christine Marek und der Kärntner Josef Martinz keinen Anspruch auf einen Posten in der nächsten Regierung. MICHAEL JUNGWIRTH








