"Ich werde nicht wahlkämpfen"
Reinhold Lopatka (ÖVP) über seine Pläne als Außenamts-Staatssekretär.

Foto © APA
Herr Abgeordneter, Sie werden zum dritten Mal Staatssekretär, jetzt im Außenministerium. Sind Sie ein Mann für alle ÖVP-Fälle?
REINHOLD LOPATKA: Nein. Die Frage ist ja, ob man in eine Funktion etwas mitbringen kann. In dem Fall habe ich Erfahrungen aus dem Finanzministerium.
Wollte Ihr Parteiobmann mit Ihrer Kür die steirische ÖVP befriedigen, die gegen Ihre Abberufung als Finanzstaatssekretär im April 2011 opponiert hat?
LOPATKA: Für Frieden ist zu sorgen, wenn es wirklich eine Auseinandersetzung gibt. Die habe ich nie gespürt.
Es gab also keinen casus belli?
LOPATKA: Kurzfristig gab es seitens des steirischen Landesparteiobmannes eine Aufregung. Das war aber verständlich.
Sie sind ein erfahrener Wahlkämpfer. Werde Sie in der ÖVP-Wahlstrategie mitmischen?
LOPATKA: Das kann ich ausschließen. Niemand hat dies an mich herangetragen. Außerdem: Was ich an Ideen hatte für Wahlkämpfe war schon vor zehn Jahren erschöpft.
Sie sind als Wahlstratege nicht mehr auf der Höhe der Zeit?
LOPATKA: Ja. Weil ich mich in den letzten Jahren wegen neuer Aufgaben nicht mehr darum gekümmert habe. Ich werde sicher nicht in den nächsten Nationalratswahlkampf besonders eingebunden sein. Aber ich werde mich hier im Staatssekretariat anstrengen, dass wir ein gutes Wahlergebnis erreichen.
Sie kündigen an, jene , die mit Angst Politik machen, alt ausschauen zu lassen. Sie meinen damit FPÖ und BZÖ? Wie?
LOPATKA: Ja. In dem ich mit tiefer Überzeugung unsere EU-Position den Leuten näherbringen werde. Ich will darstellen, was uns die EU gebracht hat und Menschen Angst nehmen. Das wird aber nicht einfach. Nur mit Sachlichkeit geht es nicht.
Wird die ÖVP-Europapolitik mit Ihnen kantiger, eindeutiger?
LOPATKA: Wenn der Außenminister klare Ansagen trifft, gibt es welche, die kritisieren, dass dies zu klar war. Ich bin froh, dass er Klartext spricht.
Wie schaut Ihre Europavision aus? Vereinigte Staaten von..?
LOPATKA: Wir brauchen eine europäische Perspektive. Europa soll noch größer werden. Das muss Schritt für Schritt zusammenwachsen. Wir werden weiterhin Nationalstaaten haben, die von ihrer Souveränität etwas hergeben. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss zusätzlich Souveränität abgeben.
Freuen Sie sich, wieder auf der großen Bühne zu sein?
LOPATKA: Es kommt mir schon entgegen, mehr politische Verantwortung zu haben. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass ich sehr eitel bin.













