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Zuletzt aktualisiert: 22.08.2012 um 20:16 UhrKommentare

Stronach: Anklopfen bei den Weizer Freunden

Michael Schickhofer hat es Frank Stronach offenbar angetan. Er versuchte, den Nationalrat der SPÖ für seine Ideen zu gewinnen. Auch Faul soll er "eingeladen" haben, bei ihm mitzumachen.

Kienreich: "Hat mich nicht gefragt"

Foto © HERAN Kienreich: "Hat mich nicht gefragt"

Gerne wird Frank Stronach als Weizer bezeichnet - dabei ist er ein Gutenberger, wurde er doch in Kleinsemmering (Gemeinde Gutenberg) geboren. Egal, Stronach hat viel in Weiz investiert, ist Ehrenbürger und sein Name ziert Einrichtungen in der Stadt. Und er hat gute Kontakte zu Weizer Politikern.

Einen von ihnen, SPÖ-Nationalratsabgeordneten Michael Schickhofer, hätte Stronach jetzt, wo er sich politisch engagiert, gerne an seiner Seite. Aber er bekam eine Absage. "Wir haben schon vor einem Jahr über Politik philosophiert, als er daran dachte, eine Partei zu gründen", erzählt Schickhofer. Er habe Stronach damals eingeladen, sich doch bei der steirischen Reformpartnerschaft zu engagieren. "Das wollte er nicht. Er hat aber einmal zum Landeshauptmann gesagt: ,Den Burschen will ich!' Voves antwortete: ,Den brauche ich selber'", erinnert sich Schickhofer. "Das war wie bei den Fußballern, gerade dass nicht über eine Ablösesumme gesprochen wurde", erzählt er schmunzelnd.

Apropos Summe: Geld habe Stronach ihm für einen Parteiwechsel nicht angeboten.

Ans Abspringen von der SPÖ denkt Schickhofer allerdings nicht. Er stimme mit den politischen Vorstellungen Stronachs nicht überein, "auch wenn ich ihn als Menschen und Unternehmer sehr schätze".

Weitere Versuche?

Auch den Ex-Nationalratsabgeordneten Christian Faul (SPÖ) soll Stronach "eingeladen haben, bei seiner Partei mitzumachen", heißt es. Faul war gestern für eine persönliche Stellungnahme nicht erreichbar.

Wohl aber Helmut Kienreich, früherer Bürgermeister von Weiz, der mit Stronach einen freundschaftlichen Kontakt pflegt. Ihn, sagt Kienreich, habe Stronach nicht gefragt, ob er ihn unterstützen werde.

Die SPÖ verlassen würde Helmut Kienreich aber ohnehin nicht: "Ich bewundere Frank Stronach, dass er das macht, und schätze ihn als Mensch und Unternehmer sehr. Aber ich habe 60 Jahre lang eine politische Linie verfolgt, da werde ich am Ende nicht noch wechseln. Und: Ich bin in Pension."

ULLA PATZ

Kommentar

ULLA PATZZwickmühle von ULLA PATZ

FAKTEN

Frank Stronach wurde 1932 in Kleinsemmering geboren, wuchs dort auf und lernte bei der Elin Werkzeugmacher.

Im Bezirk siedelte er nicht nur die Magna-Werke an, Stronach unterstützt unter anderem auch den Fußballnachwuchs, zahlte zum Kunsthaus Weiz eine Million Euro dazu und prämiert finanziell HTL-Projekte.

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