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Zuletzt aktualisiert: 11.08.2012 um 08:43 UhrKommentare

"Scheuchs von Haider immer wieder 'gemaßregelt'"

Rückwirkend zeigt sich BZÖ-Chef und Kärntner Landesobmann Josef Bucher "froh" über die FPK-Abspaltung. Und: Haider habe Scheuchs immer wieder "gemaßregelt". Bucher fordert eine rasche Neuwahl in Kärnten.

Josef Bucher

Foto © APAJosef Bucher

BZÖ-Chef und Kärntner Landesobmann Josef Bucher hat sich im APA-Gespräch rückwirkend sehr "froh" über die Abspaltung der Kärntner Freiheitlichen gezeigt. Für das südlichste Bundesland fordert er aufgrund der Korruptionsfälle rasche Neuwahlen. Zwar seien Uwe und Kurt Scheuch früher BZÖ-Mitstreiter gewesen, Jörg Haider habe sie aber immer wieder "gemaßregelt", so Bucher.

In Kärnten soll "so schnell wie möglich" eine Neuwahl durchgeführt werden, um auch schnell eine handlungsfähige Regierung zu haben, fordert der Bündnischef. Derzeit werde im Land gestritten "was das Zeug hält, auf dem Rücken der leidgeprüften Kärntner". Den Spitzenkandidaten oder die Spitzenkandidatin möchte er am Montag bekanntgeben. Überhaupt solle es in Zukunft mehr Frauen im BZÖ geben, so der Parteichef. Derzeit beläuft sich der Frauenanteil im orangen Klub laut Angaben des Parlaments auf 18,75 Prozent (drei von 16). Diese Quote werde ansteigen, verspricht Bucher.

Ob für die kommenden Wahlkampagnen wieder Stefan Petzner verantwortlich zeichnen wird, stehe noch nicht fest. Gegen ihn wird ja von der Korruptionsstaatsanwaltschaft aufgrund einer orangen Wahlkampfbroschüre in Kärnten wegen Verdachts der illegalen Parteienfinanzierung ermittelt.

"Kärntner Seele enorm erschüttert"

Bucher verbrachte die vergangenen Tage in Kärnten und lotete in seinem Urlaub auch die Stimmung in der Bevölkerung aus: "Das hat die Kärntner Seele enorm erschüttert." Bucher ist der Meinung, dass die Politik als gesamtes eine Mitschuld trägt: "Man hätte viel früher klare, strenge Regeln setzen müssen, damit solche Dinge nicht zustande kommen." Er selbst habe immer kritisiert, dass sich politische Vertreter so stark bewerben müssen. "Das System ist falsch", bekräftigt Bucher auch seine Kritik an der Verdoppelung der Parteienförderung: "Wie kommt der Steuerzahler dazu?"

Dass der kürzlich zurückgetretene Uwe Scheuch und der ihm an der FPK-Spitze nachfolgende Kurt Scheuch bis zur Abspaltung der Kärntner Freiheitlichen zu seiner Partei gehörten, sei klar. Es sei jedoch zum erwarteten Krach und schließlich zur Abspaltung zum Jahreswechsel 2009/2010 gekommen. "Rückwirkend sind alle froh und glücklich darüber, weil hier zwei Welten aufeinandergeprallt sind", meinte Bucher.

"Ich war nie im engsten Kreis Haiders", einiges mitbekommen habe er natürlich schon. So etwa, dass der verstorbene Parteigründer die Scheuch-Brüder regelmäßig "gemaßregelt" hat, auch öffentlich. "Als das Korrektiv verstorben ist, sind sie komplett abgehoben und haben auf ihrem Herrenhof entschieden, was zu erfolgen hat", erklärte Bucher. "Wenn jemand viel arbeitet, passieren Fehler. Er ist aber immer in bester Absicht an die Aufgabenstellung gegangen", zollt er Haider noch heute Respekt. Einen Toten zu diskreditieren, wie es FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache tue, "das ist ein so letztklassiger Stil, vor allem für jemanden, der eine Partei anführt wie Strache."

Einen Verstorbenen zu diskreditieren, "das werden Sie von mir nicht hören. Ich stütze mich auf Fakten. Beweisbar ist, dass die ÖVP Geld genommen hat." Bisher seien nur die Schwarzen als "korrupte Partei" hervorgegangen, meinte der orange Obmann. Er hält auch fest: "Unter meiner Bundesführung hätte ich Scheuch nicht walten lassen. Er wusste, dass ich andere moralische Grundregeln aufstelle als Strache." Sich jetzt abzuputzen, sei ein Leichtes, aber pietätlos. Auch er hätte aus heutiger Sicht einige Fragen an Haider. Dies sei aber irrelevant, da sie "ewig unbeantwortet bleiben".

Dass er die Parteiführung übernommen hat, bereut er auch heute, in schwierigen Zeiten nicht. Ein einziges Mal, bei der FPK-Abspaltung habe er gehadert. "Es ist eine große Herausforderung und eine Aufgabenstellung, die nicht jeder gestellt bekommt. Ich bin aber nicht der Typ, der davon läuft", gibt sich Bucher kämpferisch.

Quelle: APA

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