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Zuletzt aktualisiert: 12.07.2012 um 15:39 UhrKommentare

Opposition reicht gemeinsame Verfassungsklage ein

Nach dem Sommer soll die gemeinsame Verfassungsklage, auf die sich die Oppositionsparteien geeinigt haben, eingereicht werden. Grundlage für den Beschwerdetext ist ein Expertengutachten von der Uni Salzburg.

Opposition will den Fiskalpakt kippen

Foto © ReutersOpposition will den Fiskalpakt kippen

Die Oppositionsparteien haben sich am Donnerstag auf eine gemeinsame Verfassungsklage gegen den Fiskalpakt geeinigt. Bei einem Treffen am Nachmittag wurde vereinbart, dass auf Grundlage des bereits im Auftrag der Grünen ausgearbeiteten Gutachtens des Experten Stefan Griller von der Universität Salzburg ein Beschwerdetext verfasst werden soll, erklärten Vertreter von FPÖ, BZÖ und Grünen nach Ende der Gespräche gegenüber der APA.

"Es ist grundvernünftig, dass vom Parlament dazu eine Verfassungsbeschwerde eingebracht wird", erklärte BZÖ-Chef Josef Bucher. Dies habe mehr Gewicht, als wenn dies ein Bundesland alleine mache, sagte er mit Verweis auf den ursprünglichen Plan der FPÖ, eine Klage über die FPK und damit die Kärntner Landesregierung einreichen zu wollen. Grundsätzlich kann eine Verfassungsklage entweder mit einem Drittel der Nationalratsabgeordneten oder über eine Landesregierung eingebracht werden.

Erfreut über die Einigung zeigte sich auch der freiheitliche Parteiobmann Heinz-Christian Strache. Gleichzeitig betonte er, dass seine Partei dennoch dabei bleibe, parallel zum gemeinsamen Vorgehen eine weitere Verfassungsklage gegen den Fiskalpakt, darüber hinaus aber auch gegen den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM einzubringen - und zwar wie geplant über die Kärntner Landesregierung. "Wir müssen die Österreicher vor diesem Schuldenpakt schützen", so Strache.

"Wirtschaftlich unvernünftig und schädlich"

Der geplante gemeinsame Text soll das Gutachten Grillers als Grundlage haben, darauf habe man sich schon verständigt, erläuterte auch der Grüne Budgetsprecher Werner Kogler gegenüber der APA. Seine Fraktion stelle das Gutachten gerne zur Verfügung. Den Fiskalpakt hält Kogler für "wirtschaftlich unvernünftig und schädlich", darüber hinaus sei er letztlich auch "uneuropäisch und undemokratisch", weil die Parlamente "de facto" ausgeschaltet würden.

Eingereicht werden dürfte die gemeinsame Klage nach dem Sommer; Bucher geht vom September aus. Auch Kogler nannte diesen Zeithorizont, es solle "so schnell als möglich" gehen.

Das Gutachten Grillers, welches die Grünen bereits Ende voriger Woche vorgestellt hatten, sieht vor allem die Bestimmungen des Fiskalpaktes zur Schuldenbremse kritisch. Denn diese sieht ein Defizit von weniger als 0,5 Prozent des BIP vor. Damit sei die Budgethoheit des Nationalrates beschnitten, welche aber in der Verfassung verankert ist.


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