Wiener Islamisten sehen sich "nicht schuldig"
Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Mittwoch im Wiener Straflandesgericht der Terror-Prozess gegen vier Islamisten begonnen. Während die Staatsanwältin in einem rund eineinhalbstündigen Powerpoint-Vortrag die Vorwürfe gegen die Gruppe um den Hauptangeklagten Thomas Al J. (26) skizzierte, bezeichnete dessen Verteidiger die Anschuldigungen als "reine paranoide Verschwörungstheorien".
Die vier Angeklagten sollen Mitglieder einer terroristischen Vereinigung gewesen sein. Zwei weitere Mitangeklagte fehlten beim Prozessauftakt: Einer ist untergetaucht, hält sich vermutlich in Libyen auf und wird mit internationalem Haftbefehl gesucht, der andere hat sich entschuldigt, weil er sich um seine angeblich erkrankte Mutter kümmert.
Konkret sollen die untereinander befreundeten Männer die Ziele der Al-Qaida und verwandter Terror-Netzwerke sowie zwei Wiener Jugendliche unterstützt haben, die im Mai 2009 die Bundeshauptstadt verlassen hatten, um sich in Pakistan in einem Lager der radikal-islamischen Hizb-i-Islami-Milizen ausbilden zu lassen. Thomas Al J. soll dem Jüngeren der beiden rund 4.000 Euro überwiesen haben.
Der 26-Jährige soll außerdem Reisen zu Terror-Camps organisiert und versucht haben, Ende 2009 mit seiner Familie und mehreren Mitangeklagten nach Somalia zu gelangen, "um sich dort den Al Shabaab-Milizen anzuschließen und mit diesen zu kämpfen und diese auch auf sonstige Weise zu unterstützen", wie es in der Anklage heißt.
Nachdem das gescheitert war, soll der Mann bis zu seiner Festnahme am 15. Juni 2011 die fundamentale Website "ansarulhaqq.com" betrieben und dabei für die Al-Qaida und den Dschihad eingetreten sein, indem er einen Artikel des islamistischen Extremisten Anwar Al-Awlaki ins Deutsche übersetzte, in dem zur Ermordung aller Ungläubigen aufgerufen wurde, die den Propheten Mohammed beleidigt haben.












