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Zuletzt aktualisiert: 22.05.2012 um 14:03 UhrKommentare

66 Millionen für unnötiges Team

Das Verteidigungsministerium hat zu viel Personal, und das kostet. Ein aktueller Rechnungshof-Bericht hat ergeben, dass im Jahr 2010 2.059 Arbeitskräfte nicht mehr benötigt wurden. Die Kosten für sie lagen bei nicht weniger als 66,1 Millionen.

Darabos in Erklärungsnot?

Foto © Reuters Darabos in Erklärungsnot?

Das Verteidigungsministerium hat zu viel Personal, und das kostet. Ein aktueller Rechnungshof-Bericht zur Reorganisation des Verteidigungsressorts hat ergeben, dass im Jahr 2010 2.059 Arbeitskräfte oder 8,6 Prozent des Personalgesamtstands nicht mehr benötigt wurden. Die Kosten für diese "Beschäftigten" lagen bei nicht weniger als 66,1 Millionen.

Keine Verwendung

Für etliche dieser nicht mehr benötigten Mitarbeiter gibt es offenbar im Verteidigungsministerium überhaupt keine Verwendung mehr. 281 Betroffene befanden sich in der Intensivbetreuung und hatten dennoch nichts zu tun. 45 Bedienstete aus dieser Gruppe befanden sich ohne Beschäftigung und bei vollen Bezügen zu Hause, davon 19 seit mehr als sechs Monaten. Zwei von ihnen waren seit über zwei Jahren nicht mehr zum Dienst einberufen worden. Nur in zwei Fällen wurden die vorgesehenen Schulungen durchgeführt. Das Verteidigungsressort hat diese Praxis nach eigenen Angaben mittlerweile abgestellt.

Überzähliges Personal wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren, ist offenbar nicht überall gewollt. Von April 2008 bis Juni 2011 sprach die Abteilung Personal Provider 697 Empfehlungen zur Besetzung von fixen Arbeitsplätzen durch nicht mehr benötigte Mitarbeiter aus. Die Dienstbehörden entsprachen dem allerdings in gerade drei Fällen, die Erfolgsquote lag also bei 0,4 Prozent.

Eingeschränkte Flexibilität

Freilich ist auch die Flexibilität der Bediensteten eingeschränkt. Eine Befragung des Rechnungshofs im Vorjahr ergab, dass 48 Prozent nicht bereit waren, den Arbeitsort innerhalb des Verteidigungsressorts zu wechseln. Einen Arbeitsplatz mit über 20 Kilometer Entfernung würden gerade 13 Prozent annehmen, mit über 50 Kilometer Distanz ein Prozent. Etwas mehr als die Hälfte der Bediensteten kann sich zudem keinen Arbeitsplatz in einem anderen Bereich des öffentlichen Dienstes vorstellen. Für gerade einmal sechs Prozent ist es denkbar, in die Privatwirtschaft zu wechseln.

Ein Wechsel innerhalb des öffentlichen Dienstes gestaltet sich allerdings schwierig. Die Nutzung der internen Jobvermittlungsprogramme ist gering. So griffen die Ressorts 2010 insgesamt bloß 27-mal auf die Karriere-Datenbank zu.

Schließlich kritisieren die Rechnungshof-Prüfer, dass das Verteidigungsressort über Bedarf ausbildet. So stieg die Anzahl der Offiziere zwischen 2006 und 2011 trotz eines verringerten Streitkräfteumfangs um sieben Prozent. Das Ministerium antwortet hier, dass das Aufnahmekontingent für die Offiziers- und Generalstabsoffiziersausbildung bereits im Vorjahr gesenkt wurde.


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