Scharfe Kritik für Töchterles Studienplatz-Forderungen
Studenten und Grüne stoßen sich an Töchterles Forderung nach Studienplatzbeschränkungen. Seine Forderung nach einer Studienplatzfinanzierung kommt laut ÖH "einem generellen Aufnahmestopp gleich".

Foto © KLZ / KanizajWissenschaftsminister Karlheinz Töchterle
Scharfe Kritik an der erneuten Forderung nach Studienplatzbeschränkungen von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) im Interview mit "News" übte am Mittwoch die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH). Die Aussage Töchterles, wonach es immer Studierwillige geben wird, "die die Voraussetzungen erfüllen, aber für die einfach kein Platz da ist", sieht die ÖH als "ein klares Zeichen der politischen Verweigerung". Auch der Verband Sozialistischer Student_innen (VSStÖ) und der Grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald verurteilten die Pläne des Ministers.
"Wie viele Studienplätze es gibt, ist eine politische Entscheidung und kein Naturgesetz", so ÖH-Vorsitzende Janine Wulz (Grüne und Alternative StudentInnen, GRAS) in einer Aussendung. "Anstatt sich endlich zur Ausfinanzierung der Hochschulen zu bekennen, stiehlt sich Töchterle lieber aus seiner politischen Verantwortung." Die Studienplatzfinanzierung kommt laut ÖH "einem generellen Aufnahmestopp gleich".
Voraussetzungen hinterfragt
Grünewald hinterfragt indes die Voraussetzungen, wonach Studierwilligen ein Platz verwehrt werden soll. "Hier wird suggeriert, es gäbe allgemeingültige Methoden zur Erhebung des individuellen Talents", so der Grüne Wissenschaftssprecher. Er verlangt von Töchterle "konkrete Zahlen wie viele junge Menschen in Zukunft keinen Platz mehr an den Unis oder Fachhochschulen finden werden".
Den Ratschlag Töchterles, bei abgelehntem Studienplatz ein ähnliches Fach anzufangen und später zu wechseln, ist aus Sicht des VSStÖ indes "mehr als skurril". Das erhöhe die Drop-Out-Quote im Zwischenstudium und verschärfe den Platzmangel im Wunschstudium im Folgejahr, so VSStÖ-Bundesvorsitzende Mirijam Müller. Auch der Plan, Universitäten für mehr bzw. schnellere Studenten finanziell zu belohnen, sei "ein völlig verquerer Ansatz". "Solange Studierende nicht ausreichend sozial abgesichert sind und über 60 Prozent arbeiten, um sich ihr Studium leisten zu können, werden sich die Studienzeiten weiter verlängern", meint Müller.













