Mama und Papa bauen die Schule um
Immer öfter greifen offensichtlich Eltern zu Pinsel und Spachtel, um desolate Klassenzimmer ihrer Kinder zu renovieren. Der Bund zahlt jährlich 50 Millionen für "kleinere Renovierungen" - Eltern machen es aber lieber selbst, als lang zu diskutieren.

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Der Alltag an Wiener Schulen ist für viele Schüler eine triste Sache - zumindest optisch gesehen. Und so greifen immer öfter die Eltern der Kinder selbst zu Pinsel und Spachtel, um desolate Klassenzimmer zu renovieren und oft auch zu sanieren.
Dass es sich dabei nicht um Einzelfälle handelt, bestätigt der Obmann des Bundesverbands der Elternvereine an höheren und mittleren Schulen, Theodor Saverschel: "Viele Eltern wollen es nicht hinnehmen, dass ihre Kinder fünf Tage pro Woche in einer hässlichen Umgebung verbringen müssen." Oft seien aber die Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und Schulen unklar. Eine Stelle verweise auf die andere. Eltern würden sich deshalb denken: "Bevor ich da jetzt lange diskutiere, mache ich es lieber gleich selbst oder lasse es machen." Saverschel fordert, dass die Schulleitungen alleine verantwortlich sind und für das Schulgebäude von einer zentralen Stelle genügend Geld bekommen sollen.
Auch der Bildungssprecher der Grünen, Harald Walser, mahnt die Verantwortung des Staates für die Schulen ein. "Die Ausstattung einer Schule darf nicht davon abhängen, ob der Elternverein Geld für Renovierungsarbeiten bereitstellen kann." Es beginne damit, dass der Elternverein neue Fußbälle für das Schulturnier bezahle, und ende dann damit, dass Eltern in den Ferien Klassenzimmer renovieren.
Kurt Nekula vom Unterrichtsministerium betont, dass den Landesschulräten pro Jahr 50 Millionen Euro zugeteilt würden. Bei Landesschulen seien die Gemeinden zuständig. Von Unklarheit könne keine Rede sein, die Budgets wären aber begrenzt.
"Auch in der Steiermark greifen Eltern oft zum Pinsel, wenn Wände verdreckt sind", sagt Andreas Waltenstorfer, Obmann des Landesverbandes der Elternvereine mittlerer und höherer Schulen. Er fordert "klare Kriterien, wann ausgemalt werden muss".













