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Zuletzt aktualisiert: 28.12.2011 um 19:37 UhrKommentare

Für Manager hat der Staat viel übrig

Laut Rechnungshof sind die Manager-Gagen in staatsnahen Betrieben seit 2007 doppelt so schnell gestiegen wie die der Belegschaft. Die Top-Verdiener sitzen im Energiesektor.

Foto © Fotolia / Bilderbox

Seit 2007 stiegen die Manager-Gehälter in staatsnahen Unternehmen um fast 20 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Einkommensbericht des Rechnungshofs hervor. Demnach verdienten im Vorjahr bis zu 64 Geschäftsführer in 23 Staatsunternehmen mehr als der Bundeskanzler, also über 285.600 Euro. Auffällig ist die Diskrepanz zwischen der Entwicklung von Manager- und Beschäftigen-Gehalt.

Von 2007 bis 2010 sind die Durchschnittseinkommen der Vorstandsmitglieder um 19,6 Prozent gestiegen, jene ihrer Mitarbeiter nur um 10,4 Prozent.

Wobei die Entwicklung je nach Branche höchst unterschiedlich verläuft. Im Finanz- und Dienstleistungsbereich lag das Plus bei Vorständen und Geschäftsführern von 2007 bis 2010 im Schnitt bei satten 26 Prozent. Ein gänzlich anderes Bild zeigt sich bei der Belegschaft in dieser Branche. Sie musste im gleichen Zeitraum ein Minus von mehr als sieben Prozent schlucken.

Im Durchschnitt über alle Branchen erzielten die Beschäftigten der staatsnahen Betriebe Einkommen zwischen 42.200 und 46.600 Euro. Die Vorstandsmitglieder bzw. Geschäftsführer lagen im Durchschnitt zwischen 145.000 und 174.000 Euro.

Energiesektor besonders einträglich

Eines zeigt sich sehr deutlich: Vor allem der Energiesektor ist für Manager besonders einträglich. Spitzenreiter bei den Vorstandsgehältern ist der Stromkonzern Verbund (siehe Grafik). Hier beträgt das Durchschnittseinkommen pro Manager 722.000 Euro pro Jahr, was dem zweieinhalbfachen Gehalt des Bundeskanzlers entspricht. Der Rechnungshof listet insgesamt sieben Unternehmen des Verbund-Konzerns auf, in denen insgesamt 16 Top-Manager auf Bezüge über dem Kanzler-Gehalt kommen. Diese Messlatte geht auf eine diesbezügliche Anregung der Abgeordneten im Rahmen des Rechnungshofausschusses zurück.

Interessant: Die ÖBB (Holding) landen mit durchschnittlich 250.500 Euro für jeden der fünf Vorstände auf Platz acht, noch hinter ihrer zuletzt äußerst verlustreichen Tochter Rail Cargo (390.100 Euro für jeden der drei Vorstände). Insgesamt standen im Vorjahr 396 Unternehmen und ausgegliederte Einrichtungen mit insgesamt 556 Vorstandsmitgliedern und 166.490 Mitarbeitern im Einflussbereich des Bundes.

Abfertigungsparadies Hypo

Als Abkassierer entlarvt der Rechnungshof-Bericht die ehemaligen Hypo-Vorstände, die Anfang 2010 knapp nach der Notverstaatlichung geschasst wurden. Franz Pinkl, zuvor Chef bei der ÖVAG, kassierte für seine glücklosen neun Monate als Hypo-Manager 2,4 Millionen Euro als Abfertigung. Die weiteren drei Vorstände - Andreas Dörhöfer, Anton Knett und Wolfgang Peter - durften sich über insgesamt 1,245 Millionen Euro zum Abgang freuen. Im Schnitt kamen 2010 die insgesamt neun Hypo-Vorstände auf ein Jahresbrutto von 338.200 Euro.

Nachholbedarf bei Frauen

Der Frauenanteil in den Geschäftsführungen ist in den vergangenen Jahren gestiegen (von 11,2 Prozent 2007 auf 15 Prozent im Vorjahr). In der Privatwirtschaft liegt der Anteil bei rund zehn Prozent. Bei den 1424 Aufsichtsratsmitgliedern lag der Frauenanteil bei 21,5 Prozent. Bis 2018 soll der Frauenanteil laut einem Ziel der Bundesregierung auf 35 Prozent steigen. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek von der SPÖ sieht aber auch bei den Einkommen noch "massiven Nachholbedarf". Sie kritisiert, dass die Einkommen weiblicher Vorstandsmitglieder und Geschäftsführerinnen nur bei rund 64 Prozent der männlichen Kollegen liegen.

THOMAS CIK MANFRED NEUPER

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