Ein völlig verpatzter Sommer
25.000 büffeln für eine Nachprüfung, 40.000 Schüler bleiben sitzen. Welche Spitzenpolitiker Nachzipf hatten oder sitzen geblieben sind. Als einziger legte dabei Kanzler Werner Faymann nicht alle Karten auf den Tisch.

Foto © ReutersMaria Fekter hatte gleich zwei Nachprüfungen
Knapp 25.000 Schülern ist der Sommer vermasselt worden. Nicht wegen des Wetters, sondern weil sie für eine Nachprüfung büffeln müssen. Rund 40.000 Jugendliche dürften die Klasse wiederholen.
Dass schulischer Erfolg in keiner Relation zu späterem beruflichem Werdegang steht, ist erwiesen. Supergenie Albert Einstein oder Thomas Mann waren Schulabbrecher. Niki Lauda und Harald Schmidt blieben sitzen.
In Deutschland wimmelt es auch unter Politikern von Sitzenbleibern. Bundespräsident Christian Wulff (CDU) flog in Englisch und Französisch durch, Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) in Latein. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) musste vom Gymnasium in die Realschule wechseln. Auch Peer Steinbrück (SPD), vielleicht der nächste deutsche Kanzler, musste eine Ehrenrunde drehen. Der Grünen- Polit-Star Joschka Fischer schaffte es nicht einmal bis zur Matura.
Und was ist mit Österreichs politischer Elite? Ein Rundruf ergab, dass nur Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) die Klasse wiederholen musste. Er war "ein recht neugieriger Schüler, dessen Interessen nicht bei den Unterrichtsfächern geendet haben". Der Schülerstreik 1987 habe ihn um ein Jahr zurückgeworfen. Gleich zwei Nachprüfungen hatte Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP), in Latein und in Stenografie. BZÖ-Chef Josef Bucher schaffte die Geschichte-Matura erst im zweiten Anlauf. Als einziger Spitzenpolitiker legt Kanzler Werner Faymann nicht alle Karten auf den Tisch. Im Kanzleramt wird zumindest beteuert, dass er nie sitzen geblieben ist. Ohne verpatzten Sommer und ohne Ehrenrunde kamen Bundespräsident Heinz Fischer, die übrigen 13 Regierungsmitglieder sowie die anderen Oppositionschefs Heinz-Christian Strache und Eva Glawischnig aus.













