"Es wird versucht, Pröll madigzumachen"
ÖVP-General Kaltenegger kündigt Neues bei den Inhalten, nicht aber beim Personal an.

Foto © APAKaltenegger: "enttäuscht"
Wer muss als Nächster gehen?
FRITZ KALTENEGGER: Das ist nicht das Thema. Es geht um eine Trennung von politischer Funktion und beruflicher Tätigkeit. Das ist im Fall Strasser und im Fall Ranner erfolgt. Nun müssen die Gerichte die Vorwürfe klären. Wobei ich klar sage: Der Fall Strasser und Hella Ranner dürfen nicht in einen Topf geworfen werden. Ex-ÖVP-Chef Busek sagt über die Kür Strassers: "Alle haben ihn gekannt." Hatten Sie nur den Wahlsieg vor Augen?
KALTENEGGER: Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen entschieden. Wenn wir damals gewusst hätten, wie Strasser agiert, hätten wir es anders gemacht. Aber er hat uns mehrfach beteuert, dass er seine unternehmerische Tätigkeit von jener als Mandatar trennt.
Dann waren Sie zu naiv?
KALTENEGGER: Wir sind bitter enttäuscht worden. Josef Pröll hat Strasser dann sofort aus allen Funktionen entfernt. In den Reihen anderer Parteien sitzen hingegen verurteilte Straftäter.
Die ÖVP-Minister stellten sich gestern demonstrativ hinter Pröll. Braucht es ein solches Zeichen nicht nur, wenn die Loyalität angezweifelt werden kann?
KALTENEGGER: Der politische Gegner hat versucht, Josef Prölls Erkrankung auszunutzen, um einen Keil in die ÖVP zu treiben. Das halte ich für letztklassig.
Strasser, Ranner, die Kritik von Mandataren an Ihrem Klubchef Karlheinz Kopf - was davon hat die SPÖ erfunden?
KALTENEGGER: Es wird versucht, uns Josef Pröll als Parteichef madigzumachen. Das entbehrt jeder Grundlage. Er wird in 14 Tagen topfit zurückkehren.
Wird Pröll dann Spitzenpositionen neu besetzen?
KALTENEGGER: Mir sind keine diesbezüglichen Überlegungen bekannt. Ich habe den Auftrag bekommen, Inhaltliches zur Energiesicherheit und zum Arbeitsmarkt vorzubereiten. Und den Programmkongress, den wir Ende Mai in Innsbruck abhalten werden. Da es Kritik gegeben hat, dass mit den Sprechern und Abgeordneten zu wenig vorbesprochen wird, werden wir diese in die Vorbereitung des Kongresses intensiver mit einbeziehen.
Sitzen Sie fest im Sattel?
KALTENEGGER: Ja. Ich habe so viel zu tun, dass ich mir darüber keinen Kopf machen kann. INTERVIEW: EVA WEISSENBERGER












