Aktuelle Umfrage sieht Mehrheit gegen Abschaffung
Die harte koalitionäre Auseinandersetzung um die Bundesheerreform scheint den Österreichern nicht gerade Lust auf die Abschaffung des verpflichtenden Waffendienstes zu machen.
Laut einer aktuellen market-Umfrage für den "Standard" (Freitag-Ausgabe) sind aktuell 56 Prozent für den Erhalt der Wehrpflicht. Auch bei der SPÖ-Klientel haben die Linzer Meinungsforscher keine Mehrheit für eine Aussetzung der Wehrpflicht gefunden, demnach sprach sich die Hälfte der deklarierten SP-Wähler dafür aus. Unterdessen berichtet die "Presse" von weiterer Kritik aus dem Generalstab am von Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) favorisierten Freiwilligen-Modell und den entsprechenden Berechnungen.
Die "Presse" zitiert in ihrer Freitag-Ausgabe aus einem Papier von Generalstabsoffizieren, die darin insbesondere die Kostenkalkulationen für das vom Minister bevorzugte Freiwilligen-Modell kritisierten: Die Vorgaben Darabos' in der Höhe von rund 2,2 Mrd. Euro seien "nicht erreichbar", heißt es demnach, bezweifelt werden vor allem angenommene Spareffekte im Personalbereich. Zudem werde vor einer Kapazitätsreduktion bei den Pionieren gewarnt - Stichwort Katastrophenhilfe.
Insgesamt werde das ministerielle Bewertungsprozedere der insgesamt sieben Bundesheer-Modelle zerpflückt, so die Zeitung. Denn eigentlich habe das Modell eines reinen Berufsheeres am besten abgeschnitten, nur sei es als zu teuer abgetan worden. Da der Bewertung des mittlerweile berühmt-berüchtigten "Modells 3" aber "keine seriös nachvollziehbare Berechnungsformel zugrunde" liege, sei hier "hingetrickst" worden-
Laut market findet auch die überwiegende Mehrheit der Österreicher, nämlich 79 Prozent der Befragten, dass der Zivildienst im Fall einer Wehrpflicht-Abschaffung durch einen verpflichtenden Sozialdienst für Männer und Frauen ersetzt werden sollte oder müsste. Denn nur 16 Prozent rechnen mit genügend Freiwilligen, um die entstehende Lücke zu schließen.












