Grüne: Gesamtvertrag für Psychotherapie ist überfällig
Eine bessere Finanzierung der Psychotherapie auf Krankenschein fordern die Grünen. Anlass dafür ist die Neuübernahme an der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie der MedUni Wien.

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Die Aussagen des neuen Leiters der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie der MedUni Wien (AKH), Stephan Doering, in einem Interview mit der APA führten am Dienstag auch zu einer politischen Stellungnahme. Die Grünen begrüßten dessen Ankündigung, seinen Arbeitsschwerpunkt auf Psychiatrieforschung zu legen und forderten in einer Aussendung die bessere Finanzierung der Psychotherapie auf Kassenkosten in Österreich.
Ziel Gesamtvertrag
"Durch vermehrte wissenschaftliche Studien abzusichern, dass Psychotherapie nachhaltig wirkt und daher kostengünstig ist, kann nur hilfreich für den dringend notwendigen neuen Anlauf für einen Gesamtvertrag (mit den Therapeuten, Anm.) sein", erklärte der Gesundheitssprecher der Partei, Kurt Grünewald.
Obwohl die psychotherapeutische Behandlung seit 1992 eine Pflichtleistung der Krankenkassen sei, gäbe es noch immer keinen Gesamtvertrag, die Verhandlungen zwischen Krankenkassen und Psychotherapeuten sei bisher regelmäßig gescheitert. "Die Leidtragenden sind die Patienten, kassenfinanzierte Behandlungsstunden sind auf sehr niedrigem Niveau rationiert, allen anderen wird ein hoher Eigenanteil zugemutet", kritisierte Grünewald.
Zuschuss seit 1992 eingefroren
Der Kassenzuschuss zur Psychotherapie sei seit 1992 mit 21,80 Euro pro Behandlungseinheit eingefroren, die Honorare lägen aber zwischen 70 und 120 Euro. "Viele Psychotherapiebedürftige können sich Psychotherapie daher nicht leisten, der Versorgungsgrad liegt derzeit bei 0,5 Prozent der Bevölkerung, der errechnete Bedarf liegt bei mindestens zwei Prozent", erklärte Grünewald und appellierte an die Krankenkassen, "die Verhandlungen für einen Gesamtvertrag für Psychotherapie wieder aufzunehmen, sowie mit sofortiger Wirkung den Kassenzuschuss deutlich zu erhöhen. Nur so kann der Versorgungsgrad der Bevölkerung erhöht werden".













