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Zuletzt aktualisiert: 16.01.2011 um 13:32 UhrKommentare

Altbürgermeisterin Hilde Zach gestorben

Als Österreichs erstes weibliches Oberhaupt einer Landeshauptstadt hatte Hilde Zach den Innsbrucker Chefsessel 2002 bis 2010 inne. Aufgrund gesundheitlicher Probleme trat sie im Vorjahr zurück. Sie starb im Alter von 68 Jahren an Krebs.

Foto © APA

Die Stadt Innsbruck trauert um Altbürgermeisterin Hilde Zach, die am Samstag ihrem Krebsleiden erlegen ist. Zach starb im Alter von 68 Jahren. Die resolute und beliebte Politikerin eroberte 2002 als erste Frau den Chefsessel einer Landeshauptstadt, den sie bis 2010 inne hatte. Tirols Landeshauptmann Günther Platter (V) würdigte sie als eine der "prägendsten politischen Persönlichkeiten der vergangenen Jahre und Jahrzehnte".

"Was sie alles für Innsbruck geleistet hat, wird sich noch in vielen Jahren zeigen", betonte Platter. Ihre Nachfolgerin als Innsbrucker Bürgermeisterin, Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck), hob ihren "beispielhaften, unermüdlichen Einsatz" für die Stadt hervor. Auch ihr langjähriger, politischer Weggefährte, Altlandeshauptmann und jetziger Landtagspräsident Herwig van Staa (V), zeigte sich tief betroffen: Hilde Zach habe ein Leben "voller Einsatz für andere Menschen" gelebt. Vizekanzler Josef Pröll (V) würdigte Zachs politische Arbeit und hob die "zahlreichen Kultur- und Bauvorhaben", die unter ihrer Amtszeit realisiert wurden, hervor.

Betroffen vom Ableben Zachs zeigten sich auch die Tiroler Grünen: "Es wird kaum einen Nachruf geben, der dieser Frau gerecht wird", betonte Stadträtin Uschi Schwarzl in einer Aussendung. Sie sei auch über Parteigrenzen hinaus eine "couragierte Ansprechperson" gewesen, sagte SP-Frauensprecherin Gisela Wurm. Zach habe gezeigt, dass eine Frau das Innsbrucker Bürgermeisteramt "mindestens so gut ausüben kann wie ein Mann". Der BZÖ-Tirol Landesparteiobmann Gerhard Huber würdigte Zach in einer Aussendung als "eine große Tirolerin und eine Politikerin aus Überzeugung".

Als Van Staa mit seiner Liste "Für Innsbruck" 1994 Bürgermeister wurde, stieg Zach zur amtsführende Stadträtin auf. Seit der Gemeinderatswahl 2000 war sie 1. Bürgermeister-Stellvertreterin mit den Ressorts Kultur, Erziehung, Bildung und Gesellschaft, Frauen, Familien und Senioren, Kinder- und Jugendförderung. Als Van Staa 2002 in den Landtag wechselte wurde Zach zur neuen Bürgermeisterin gewählt. 2006 wurde sie für weitere sechs Jahre in ihrem Amt bestätigt. Am 8. März des vergangenen Jahres trat sie schließlich aus gesundheitlichen Gründen zurück und übergab das Amt an Nachfolgerin Oppitz-Plörer.

Zach wurde am 25. August 1942 in Hall bei Innsbruck geboren. Ihre Mutter stammte aus einer mit 16 Kindern gesegneten Haller Salinenarbeiterfamilie. Nach dem Besuch der Volks-, Haupt- und Handelsschule (im Internat in Feldkirch) holte Zach später neben der Berufstätigkeit die Matura im Abendstudium nach. 1990 wurde sie Wirtschaftsbundobfrau in Innsbruck. Die kaufmännische Ausbildung bekam sie im elterlichen Betrieb, dort hatte sie 20 Jahre eine Führungsposition inne.

Die für ihre Energiegeladenheit und ihr Temperament bekannte Politikerin scheute auch nicht davor zurück, zum Teil unpopuläre Projekte durchzusetzen. Dazu zählten etwa die Realisierung einer neuen Hungerburgbahn und der Bau der Autobahnabfahrt Mitte, die den Südring insbesondere bei den Stadteinfahrten entlasten sollte. Auch der Neubau des Kaufhauses Tyrol in der Innsbrucker Innenstadt fiel in ihre Amtszeit.


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