Karl: Weiterstudium nur bei positiver Studieneingangsphase
Bei der von der Regierung geplanten neuen Studieneingangsphase in den Massenfächern wird ein Weiterstudium nur möglich sein, wenn diese positiv absolviert wird.

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Das erklärte Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (V) am Sonntag im Gespräch mit der APA. Wie genau die Eingangsphase aussehen soll, sei noch nicht fixiert. Eine zahlenmäßige Beschränkung, wie viele Studenten nach der Eingangsphase im betreffenden Fach weitermachen können, werde es aber nicht geben.
Die Notwendigkeit einer "Eingangsphase inklusive Aufnahmeverfahren" stelle sich vor allem in den Massenfächern. Welche Fächer konkret betroffen sein werden, ist noch nicht fix. Allerdings gibt es mit der Liste der 20 beliebtesten Studienrichtungen wohl heiße Kandidaten dafür. Derzeit entfallen 60 Prozent aller neu inskribierter Studien auf nur 20 Studiengänge. Das sind etwa Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Jus, Publizistik, Pädagogik, Psychologie, Wirtschaftsrecht, Biologie, Anglistik, usw.
Druck auf die Unis
Laut Karl bestehe auch Zeitdruck mit dieser Maßnahme, weil im kommenden Studienjahr aufgrund der Verkürzung des Gymnasiums in Deutschland doppelte Abiturientenjahrgänge von dort erwartet werden, "das erzeugt großen Druck auf unsere Unis". Zudem müssten die Unis auch die neue Eingangsphase umsetzen und die Studienpläne entsprechend ändern. Dass den Unis ermöglicht werde, die Eingangsphase auf den Sommer vorzuziehen, habe für die Studenten den Vorteil, bei Nichtbestehen in ein anderes Studium ohne Eingangsphase zu wechseln. Dass es durch die Eingangsphase in den Massenfächern zu Verdrängungseffekten in Richtung anderer, noch nicht überlaufender Studienrichtungen kommt, "kann natürlich leicht sein, das muss man beobachten", so Karl.
Wie die von der Regierung zugesagten zusätzlichen 80 Mio. Euro pro Jahr für den Hochschulbereich aufgeteilt werden sollen, ist laut Karl noch nicht fixiert. Einerseits sollen damit die Studienbedingungen an den Unis verbessert werden, "zur Entlastung der Universitäten wollen wir aber auch die Fachhochschulen (FH) wieder ausbauen", so Karl, die im Frühjahr einen Ausbaustopp für den FH-Sektor verhängt hatte. Zudem sollen mit dem Geld auch Anreize für Kooperationen zwischen Unis und FH sowie zwischen Hochschulen und der Wirtschaft geschaffen werden.
80 Millionen für Karl in Ordnung
In den vergangenen Monaten hatte Karl für die Zeit ab 2013 zusätzlich 250 Mio. Euro für die Unis gefordert. Dass es jetzt nur 80 Mio. Euro sind, stört die Ministerin nicht, weil zusätzliche Mittel "schon ab dem kommenden Jahr" zur Verfügung stünden. Außerdem habe sie immer gesagt, dass zusätzliche Mittel aus einem Mix öffentlicher Mittel, privater Beteiligung und Beteiligung der Wirtschaft kommen sollten. "Der Teil der öffentlichen Hand wird nun zur Verfügung gestellt, nun geht es darum Anreize zu schaffen, dass sich auch die Wirtschaft verstärkt an den Unis beteiligt", so Karl. Eine stärkere private Beteiligung - Stichwort: Studiengebühren - "wollte der Koalitionspartner nicht".
Karl will auch beobachten, wie sich die Senkung des Auszahlungsalters für die Familienbeihilfe auf 24 statt 26 Jahre auf die soziale Lage der Studenten auswirkt. Man müsse auch sehen, dass die Studienzeiten durch das Bachelorstudien kürzer werden, die Kürzung also vor allem jene treffe, die mit dem Masterstudium weitermachen.












