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Zuletzt aktualisiert: 01.08.2010 um 09:40 UhrKommentare

Pflicht-Kindergarten: Länder sind startklar

Die gesetzlichen Grundlagen für das verpflichtende Kindergartenjahr wurden in allen Ländern rechtzeitig beschlossen. Platzmangel oder Verdrängung jüngerer Kinder werde nicht erwartet. Kaum zusätzliche Kinder werden in der Steiermark erwartet.

Foto © AP

Die Bundesländer sind startklar für das verpflichtende Kindergartenjahr für Fünfjährige, das ab Herbst gilt. Dass es zu wenige Plätze geben könnte oder es zu einer Verdrängung der jüngeren Kinder in den Betreuungseinrichtungen kommen könnte, glaubt man in den Ländern nicht, wie ein Rundruf der APA ergab.

Wien

Die gesetzlichen Grundlagen für das verpflichtende Kindergartenjahr wurden in allen Ländern rechtzeitig beschlossen. Bei den Wiener Kindergärten (MA 10) wurden heuer 490 Neuanmeldungen für Fünfjährige registriert - die Mehrheit der Kinder besucht in diesem Alter bereits eine Einrichtung. Durch die Schaffung von gut 5.000 Plätzen im Vorjahr und heuer sei dem Platzbedarf für den zusätzlichen Ansturm Rechnung getragen worden, zeigt man sich im zuständigen Ressort von Jugendstadtrat Christian Oxonitsch (S) zuversichtlich. Zu einer Verschiebung innerhalb des Angebots sei es dabei nicht gekommen, wird versichert.

Burgenland

Auch im Burgenland sieht man der Einführung der Besuchspflicht gelassen entgegen. "Wir haben schon jetzt eine Betreuungsquote von 100 Prozent bei den Fünfjährigen", hieß es aus dem Büro der zuständigen Landesrätin Michaela Resetar (V). Insgesamt freue man sich im östlichsten Bundesland über eine Betreuungsquote bei den Drei- bis Fünfjährigen von 99,5 Prozent. Man habe "genügend Platz für alle Kinder", die Kapazitäten seien "ausreichend vorhanden".

Tirol

Dass zuwenige Plätze vorhanden sein könnten oder es zu einer Verdrängung der Jüngeren aufgrund von Kapazitätsmängeln kommen könnte, schloss man auch in Tirol aus. Da die Betreuungsquote in dieser Altersklasse derzeit ohnedies bei 98,5 Prozent liege, dürfte der Mehraufwand lediglich bei rund 100 zusätzlichen Plätzen liegen, erklärte ein Sprecher von Bildungslandesrätin Beate Palfrader (V). Außerdem seien Kinder von räumlich exponierten Bergbauernhöfen von der Pflicht ausgenommen.

Vorarlberg

Laut Landesrat Siegi Stemer (V) wird es in Vorarlberg ebenfalls keinen Platzmangel geben, da schon bisher über 99 Prozent der Fünfjährigen und mehr als 98 Prozent der Vierjährigen den Kindergarten besuchten. "Zudem haben wir im Zuge der Öffnung der Kindergärten für die Dreijährigen in den vergangenen zwei Jahren etwa 50 neue Gruppen eingerichtet", so Stemer.

Salzburg

In Salzburg rechnet man laut Landesrätin Doraja Eberle (V) landesweit mit maximal 40 bis 50 zusätzlichen Kindern. Es gebe genügend Plätze für die Fünfjährigen, die Verpflichtung gehe auch nicht zulasten jüngerer Kinder, weil der erwartete Zuwachs eben minimal sei. Die Stadt Salzburg - hier wird der größte Zuwachs erwartet - erweitere das Gruppenangebot.

Steiermark

Kaum zusätzliche Kinder werden auch in der Steiermark erwartet. Bisher seien schon fast alle Fünfjährigen im Kindergarten gewesen, die zusätzliche Belastung werde also nicht groß sein und jüngere Kinder würden nicht verdrängt, so ein Sprecher von Bildungslandesrätin Elisabeth Grossmann (S). Es gebe genügend Plätze.

Der im vergangenen Jahr präsentierte bundesländerübergreifende Bildungsrahmenplan für Kinderbetreuungseinrichtungen wird von den meisten Ländern bereits verwendet. In Tirol wurde er Ende Juni im neuen Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetz verankert, in Salzburg erfolgt die Anwendung ebenfalls ab Herbst. In der Steiermark habe es vergangenes Jahr schon entsprechende Fortbildungen gegeben, nach dem Kindergartenjahr 2010/2011 soll der Plan grundsätzlich implementiert sein. Etwas bissig reagiert man im Süden übrigens auf das für Herbst geplante Extra-Modul für Fünfjährige, das auch Bestandteil der entsprechenden 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern ist: Dieses sei eine "unnötige Fleißaufgabe" und man werde "nichts tun, um dazu beizutragen", meinte Grossmanns Sprecher, der Bildungsrahmenplan reiche völlig aus.


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