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Zuletzt aktualisiert: 20.05.2010 um 11:03 UhrKommentare

Lehrergewerkschaft über Karl-Vorstoß empört

Walter Riegler, Lehrervertreter an den Hauptschulen, nannte es einen "ausgesprochenen Skandal", dass eine "Einzelperson" versuche, die Parteilinie zu präjudizieren.

Lehrergewerkschafter Walter Riegler

Foto © APALehrergewerkschafter Walter Riegler

Der Vorstoß von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (V) für eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen hat bei der VP-dominierten Lehrergewerkschaft für Empörung gesorgt. AHS-Lehrergewerkschafterin Eva Scholik empfahl Karl überhaupt, sie solle "in Hinkunft von diesbezüglichen Wortspenden Abstand nehmen", wenn sie wegen der brennenden Probleme an den Unis "keine Zeit für eine fundierte Auseinandersetzung mit der Schulpolitik findet".

Riegler zeigte sich "als Staatsbürger maßlos empört" darüber, dass Karl bereits ihre Wunschergebnisse verkünde, bevor die zuständige Kommission Vorschläge gebracht habe. Mit ähnlichen Vorwürfen war die Ministerin bereits beim Hochschuldialog konfrontiert. "Vielleicht ist es wirklich eine Sache des persönlichen Stils", kommentierte Riegler dieses Vorgehen gegenüber der APA. Er bezweifle allerdings, dass VP-Parteichef Josef Pröll sich ein solches Vorgehen in der Schulpolitik gefallen lasse.

Auch inhaltlich verurteilte er die Idee, alle Zehn- bis 14-Jährigen in Gymnasien zu unterrichten: Wenn Karl sich tatsächlich mit den Aufgaben des Gymnasiums beschäftigt hätte, würde dies bedeuten, dass sie sich ein "völlig undifferenziertes Schulsystem" wünsche. Immerhin gebe es an AHS keine Leistungsgruppen. Er hinterfragte außerdem, welche Auswirkungen dies auf die Matura haben könnte.

"Wir brauchen keine neuen Namen für linke Retro-Bildungskonzepte, sondern endlich Unterstützung für jene SchülerInnen, die der Hilfe von SchulpsychologInnen, SozialarbeiterInnen etc bedürfen", forderte Scholik. Karl solle sich lieber am Anfang der Woche präsentierten Bildungskonzept des ÖAAB orientieren. "Wir sind für alle Vorschläge offen, die die Durchlässigkeit und Effizienz unseres bewährten Schulsystems erhöhen", betonte sie. Die Gesamtschule werde aber auch dann nicht zur sinnvollen Alternative, wenn sie statt "Neue Mittelschule" nun "Gymnasium für alle" genannt werde.


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