Graz: Aufbruch in eine neue Zeit
Schon am 8. Mai hatte das Land eine neue Regierung.
Stunden vor dem Eintreffen der Russen in Graz flüchtete Gauleiter Sigfried Uiberreither aus der Landeshauptstadt - nicht ohne vorher noch einmal darauf hinzuweisen, dass "Drückebergern" die Todesstrafe drohe. Schon zuvor, am Morgen des 8. Mai 1945, trafen sich führende Sozialisten mit Widerständlern und Kommunisten im Eggenberger Sanatorium. Dort entschied man sich, eine Deputation ins Rathaus zu schicken und die Übergabe der Stadtverwaltung zu fordern. Diese erfolgte umgehend: Neuer Bürgermeister wurde der Sozialist Engelbert Rückl, dem bereits nach einer Woche sein Stellvertreter Eduard Speck nachfolgen sollte.
Am selben Nachmittag übergab Uiberreithers Stellvertreter, Gauhauptmann Armin Dadieu, die Macht im Land einer provisorischen Landesregierung. Der Sozialist Reinhard Machold wurde Landeshauptmann, der Konservative Alois Dienstleder Stellvertreter. Ebenso Teil der neuen Regierung: der Kommunist Ditto Pölzl und der Sozialist Alois Rosenwirth als Sicherheitsdirektor und Polizeichef.
Am 8. Juni öffneten die Grazer Volksschulen ihre Türen, kurz darauf ging der Hochschulbetrieb los. Die Ernährungslage blieb trist und sollte sich nur langsam entspannen.












