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Zuletzt aktualisiert: 25.01.2010 um 14:39 UhrKommentare

Ganztagesbetreuung deckt nur ein Drittel des Bedarfs

Insgesamt würden die Eltern von 350.000 Schülern der ersten bis achten Schulstufe gerne "qualitativ hochwertige" Plätze mit Förderangeboten, Lernhilfe, Sport- und Freizeitaktivitäten in Anspruch nehmen.

Foto © APA

Das derzeitige Angebot an ganztägiger Betreuung an den Schulen deckt nur ein Drittel des Bedarfs. Damit fehlen mindestens 230.000 Plätze, so das Ergebnis einer Ifes-Befragung unter 144.000 Eltern, die Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) am Montag präsentiert hat.

36 Prozent würden ein solches "qualitativ hochwertiges" Angebot "sicher" nutzen, 26 Prozent "eher schon", und fünf Prozent nutzen ein solches schon jetzt. Den größten Bedarf geben Eltern in Wien an. Hier würden 52 Prozent der Eltern ihr Kind "sicher" in eine Tagesbetreuung schicken, 19 Prozent "eher", elf Prozent tun dies schon. Die Bereitschaft, für schulische Nachmittagsbetreuung auch zu bezahlen, ist bei der Mehrheit der Eltern allerdings nicht sehr groß: Nur 38 Prozent der Eltern können sich dafür einen "angemessenen finanziellen Beitrag" vorstellen. Für das Mittagessen an der Schule würden dagegen 87 Prozent zahlen.

Insgesamt sind die Kinder von 17 Prozent der Eltern schon derzeit in Tagesbetreuung an Schulen oder in Horten, das entspricht 120.000 Plätzen. Diese müssen aus Schmieds Sicht allerdings noch qualitativ verbessert werden: 78 Prozent der Befragten bezeichnen Lernhilfe und Förderangebote als "sehr wichtig", weitere 16 Prozent als "wichtig". Doch nur laut 57 Prozent der Eltern, deren Kinder schon jetzt Ganztagsbetreuung nutzen, gibt es dieses Angebot bereits. Für die Studie wurden Fragebögen an mehr als 700.000 Eltern verschickt, die Rücklaufquote betrug rund 20 Prozent.

Klares Signal

Schmied bezeichnete die Studie als "klares Signal" der Eltern an die Politik. Dafür brauche es ein Gesamtkonzept und eine "gemeinsame Anstrengung aller Verantwortlichen", daher sei sie glücklich, "dass in der Bundesregierung breiter Konsens über die Notwendigkeit der Finanzierung dieses Ausbaus besteht". In einem nächsten Schritt werde sie die Bundesländer, den Städtebund, den Gemeindebund, die Schulpartner sowie den Unterrichtssausschuss des Nationalrates über die Ergebnisse informieren. Von den Landeshauptleuten erwartet sich Schmied bis Juni auf Basis der Befragungsergebnisse konkrete Vorschläge zur Durchführung des Ausbaus in ihrem jeweiligen Bundesland.

Die Kosten für die zusätzlichen Betreuungsplätze wollte Schmied vorerst nicht nennen. Ein Masterplan mit Zeitplan und Kosten für das Projekt müsse erst mit den Ländern erarbeitet werden. Bis zum Sommer sollen mit den Landeshauptleuten Detailvorschläge erarbeitet werden, immerhin seien die Länder und Gemeinden von Gebäudeinvestitionen etc. als Schulerhalter der Pflichtschulen in erster Linie betroffen.

Gerald Netzl, Vorsitzender der Pflichtschulelternvereine, betonte die Wichtigkeit von Qualitätsstandards für die Ganztagsangebote, "damit jeder die Gewähr hat, dass sein Kind gut aufgehoben ist". Die Elternvertreter planen nun Gespräche mit allen Parlamentsparteien zu diesem Thema. In einem nächsten Schritt soll außerdem die Betreuung in Ferienzeiten gesichert werden, forderte Netzl.


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