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Zuletzt aktualisiert: 02.09.2012 um 17:48 UhrKommentare

Netanyahu: Weltmächte müssen Iran Grenze setzen

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wirft der internationalen Gemeinschaft Unentschlossenheit beim Vorgehen gegen das iranische Atomprogramm vor. Für den Iran sei das ein Grund mehr, um das Atomprogramm voranzutreiben.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu

Foto © APDer israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat den Weltmächten vorgeworfen, dem Iran bei dessen atomaren Aktivitäten keine klare Grenzen zu setzen. Außerdem sei keine Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft erkennbar, das iranische Atomprogramm zu stoppen, sagte Netanyahu am Sonntag vor dem Kabinett. Daher werde die Führung in Teheran das Programm vorantreiben. "Der Iran darf nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangen", sagte Netanyahu.

Sanktionen ohne Auswirkungen?

Die gegen den Iran verhängten Sanktionen schädigten zwar die Wirtschaft der Islamischen Republik, hätten aber keine Auswirkungen auf das Atomprogramm, argumentierte der israelische Premier. Die internationalen Verhandlungen würden vom Iran lediglich dazu genutzt, Zeit zu gewinnen. Daher müsse der Westen dem Iran im Atomstreit "rote Linien" ziehen.

Die USA und Israel werfen dem Iran vor, heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Der Iran wiederum betont stets den friedlichen Charakter seines Programms. Israel, das als einzige Atommacht in der Region gilt, sieht in den iranischen Bestrebungen eine Gefahr für seine Existenz. In den vergangenen Wochen haben sich Gerüchte verdichtet, dass Israel noch vor der US-Präsidentenwahl im November einen Militärschlag gegen iranische Atomanlagen plant.

"Fast alles läuft routinemäßig"

Die iranische Ölgesellschaft teilte unterdessen mit, dass die westlichen Sanktionen die Ölexporte des Landes nicht beeinträchtigten. "Wir sehen nichts Unregelmäßiges, fast alles verläuft routinemäßig", sagte Mohammed Ali Khatibi Tabatabaei, Direktor für internationale Angelegenheiten bei der National Iranian Oil Company (NIOC), der Nachrichtenagentur Isna am Sonntag. Das Unternehmen ist ein staatseigener Betrieb und gehört zum iranischen Öl-Ministerium. Tabatabaei nannte keine Zahlen für die derzeitigen Ölexporte des Iran. Die USA hatten im vergangenen Dezember Sanktionen gegen iranische Ölexporte verhängt, denen sich auch wichtige Abnehmer wie die EU, Japan, Südkorea oder Indien anschlossen.


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