Netanyahu droht der Hamas
Säbelrasseln in Nahost: "Die israelische Armee ist stets entschlossen gegen diejenigen vorgegangen, die uns angreifen wollten", droht Israels Regierungschef der Hamas, sollte diese die Waffenruhe nicht einhalten.

Foto © APAIsraels Regierungschef Benjamin Netanyahu
Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hat mit harten Gegenmaßnahmen gedroht, sollte die radikalislamische Hamas einen am Samstag angekündigten neuen Waffenstillstand nicht einhalten. Es sei die Politik Israels, mit einem "harten Vorgehen" die Sicherheit seiner Bürger zu wahren, sagte er am Sonntag. Eine in der Nacht in Kraft getretene neue Waffenruhe schien zu halten, am Sonntag lagen zunächst keine Berichte über neue Angriffe vor.
"Die israelische Armee ist stets entschlossen gegen diejenigen vorgegangen, die uns angreifen wollten und wenn nötig, wird sie noch härter auftreten", sagte Netanyahu bei der wöchentlichen Kabinettssitzung. Die den Gazastreifen kontrollierende radikalislamische Hamas hatte am Samstag erklärt, sie sei zu einer neuen Waffenruhe bereit, wenn auch Israel seine Angriffe einstelle. "Wir werden auf Ruhe mit Ruhe antworten", sagte Hamas-Sprecher Aiman Taha. Um Mitternacht Ortszeit trat die Waffenruhe in Kraft, nachdem ein am Mittwoch unter ägyptischer Vermittlung ausgerufener Waffenstillstand gebrochen worden war.
Drei Palestinenser getötet
Am Samstag waren bei israelischen Luftangriffen drei Palästinenser getötet worden. Nach palästinensischen Angaben wurde ein 25-Jähriger bei einem Drohnenangriff nahe Jabaliya getötet. Bei einem weiteren Luftangriff starb in einem Vorort von Gaza-Stadt ein 42-jähriger Motorradfahrer. Bei der Explosion seien weitere zehn Menschen verletzt worden. Zudem sei ein Sechsjähriger bei einem Luftangriff nahe Chan Junis getötet worden, sein Vater und ein weiterer Zivilist seien schwer verletzt worden.
Die israelische Armee bestätigte einen Angriff im Norden des abgeriegelten Palästinensergebiets, äußerte sich aber nicht zu Details. Für den Tod des Jungen bestritt die israelische Armee hingegen jegliche Verantwortung und machte palästinensische Gruppen dafür verantwortlich.
Spannungen zugenommen
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte die "israelische Aggression". Bei einem Treffen seiner Fatah-Partei in Ramallah im Westjordanland rief er Samstagnacht zu einer "Rückkehr zur dauerhaften Ruhe" auf. Militante Palästinenser hatten im Laufe des Samstags im Gegenzug nach Angaben des israelischen Militärs 39 Raketen auf das Land abgefeuert. Insgesamt 18 Geschosse hätten israelisches Territorium erreicht, alle anderen Raketen seien vom Flugabwehrsystem Iron Dome unschädlich gemacht worden.
Die Spannungen zwischen Israel und bewaffneten palästinensischen Gruppen im Gazastreifen hatten seit Wochenbeginn deutlich zugenommen. In den vergangenen Tagen wurden insgesamt 15 Palästinenser bei israelischen Luftangriffen getötet und Dutzende weitere verletzt. Militante Palästinenser feuerten aus dem Gazastreifen seit Montag mehr als 150 Raketen auf israelisches Gebiet ab. Die meisten schlugen in der grenznahen Stadt Sderot ein. Dabei wurden vier israelische Grenzschützer und ein Zivilist verletzt.









