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Frieden in Nahost: Opfer werden hart Golan: Syrische Rebellen machen Israel nervös Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Nahost Nächster Artikel Frieden in Nahost: Opfer werden hart Golan: Syrische Rebellen machen Israel nervös
Zuletzt aktualisiert: 11.03.2012 um 09:05 UhrKommentare

Israelische Luftangriffe: Zwölfjähriger Palästinenser getötet

Neuer, blutiger Höhepunkt im Nahost-Konflikt: Die israelische Armee tötete bei Luftangriffen auf Gaza-City am Samstag mindestens 15 Menschen. Am Sonntag soll eine Armee ein Flüchtlingslager im Gazastreifen angegriffen haben. Dabei wurde laut Medizinern ein Zwölfjähriger getötet.

Foto © AP

Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Flüchtlingslager im Norden des Gazastreifens ist am Sonntag nach örtlichen Angaben ein zwölfjähriger palästinensischer Bursch getötet worden. Ein weiterer Mensch sei durch den Beschuss des Camps Jabalija verletzt worden, hieß es aus Kreisen dortiger Rettungskräfte. Die israelische Armee bestätigte den Angriff zunächst nicht.

Der Gazastreifen ist seit Freitag Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen radikalen Palästinensern und dem israelischen Militär. Insgesamt starben bei israelischen Luftangriffen seither 17 Palästinenser, 28 weitere wurden verletzt. Aus dem Gazastreifen flogen nach israelischen Angaben binnen 24 Stunden mehr als hundert Raketen und andere Geschosse in Richtung Israel.

Bei den israelischen Luftangriffen wurde unter anderem der Chef der extremistischen palästinensischen Komitees des Volkswiderstands, Suheir al-Kaissi, getötet. Die israelische Armee bezeichnete den tödlichen Angriff als "gezielte Eliminierung". Sie warf den Komitees vor, für die kommenden Tage einen Terroranschlag vorbereitet zu haben.

Die Ereignisse vom Wochenende waren die blutigsten Stunden seit der israelischen Großoffensive vom Winter 2008/2009. Die radikalislamische Hamas, die im Gazastreifen seit dem Jahr 2007 regiert, befindet sich mit Israel praktisch in einer Waffenruhe, doch andere militante Gruppen, darunter die Komitees des Volkswiderstands, feuern regelmäßig Raketen oder Granaten ab.

Die neue Eskalation der Gewalt in dem jahrzehntealten Konflikt löste international Besorgnis aus. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und der Nahost-Sondergesandte der Vereintanen Nationen (UN), Robert Serry, forderten Israel und die Palästinenser zu Zurückhaltung und zu einer Waffenruhe auf. Am Montag will das in dem Konflikt vermittelnde Nahost-Quartett aus den USA, der Europäischen Union, Russland und den UN darüber beraten, wie die festgefahrenen Friedensgespräche wieder in Gang gebracht werden

Vergeltung angekündigt

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas und die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas gaben Israel die Schuld an der Eskalation. Die "Volkswiderstandskomitees" kündigten Vergeltung an, die den "zionistischen Feind erschüttern" werde. "Die Ermordung unseres Anführers wird unseren Widerstand nicht beenden", sagte der Sprecher der Organisation, Abu Attia. Am Samstag versammelten sich im Gazastreifen tausende Menschen zur Beerdigung der Opfer.

Unmittelbar nach Kaissis Tötung hatten militante Palästinenser damit begonnen, Raketen und Granaten Richtung Israel abzuschießen. Dabei seien sie von der israelischen Luftwaffe unter anderem bei dem Ort Beit Lahia im Norden des Gazastreifens unter Feuer genommen worden. Die israelische Raketenabwehr habe etliche Raketen abgefangen, die in Richtung der Städte Ashdod, Ashkelon und Beersheva flogen, teilte das Militär mit. Nach Angaben israelischer Rettungsdienste wurden dadurch vier Menschen verletzt, darunter drei thailändische Arbeiter in einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Nahost-Treffen am Montag

Die EU-Außenpolitikbeauftragte Catherine Ashton zeigte sich über die "jüngste Eskalation der Gewalt" beunruhigt. Sie rief "alle Seiten" auf, wieder für Ruhe zu sorgen. Das Nahost-Quartett aus UNO, EU, USA und Russland kommt am Montag in New York zu Beratungen über den festgefahrenen Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern zusammen.


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Foto © APA

Ein Teil des israelischen Abwehrsystem "Eiserner Dom"Foto © APA

Akteure im Nahost-Konflikt



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