Islamisten am Sinai als Terrorgefahr
Die Lage in Nahost bleibt explosiv: Israelische Luftangriffe auf Gaza halten an, ebenso werden Raketen aus dem Gazastreifen nach Israel gefeuert. Terroristen sollen auf der ägyptischen Halbinsel Sinai trainiert haben.

Foto © APPalästinensische Demonstranten werden von isrealischen Soldaten mit Tränengas vertrieben
Nach dem schwersten Terrorangriff in Israel seit drei Jahren gab es am Freitag neuerliche Angriffe auf Israel. Am Vormittag trafen zehn Raketen aus dem Gazastreifen Südisrael, laut Angaben der israelischen Behörden wurden sechs Menschen verletzt. Zuvor hatte Israels Luftwaffe in der Nacht auf Freitag Ziele im Gazastreifen bombardiert und dabei laut palästinensischen Angaben sieben Menschen getötet und 18 verletzt.
Was die Täter der Anschlagsserie vom Donnerstag betrifft, so waren es wohl doch nicht, wie israelische Augenzeugen und Opfer gesehen haben wollten, fünf ägyptische Soldaten, die direkt an der offenen Grenze zum Sinai das Feuer auf die Fahrzeuge eröffnet hatten. Das offizielle Israel scheint dem offiziellen Ägypten zu glauben: Es waren demnach palästinensische Terroristen in gestohlenen oder selbst gebastelten ägyptischen Uniformen. Sie sollen durch die Schmuggeltunnels in den Sinai gelangt sein; die Männer hatten sich dort mit Waffen ausgerüstet und trainiert, bevor sie vom ägyptischen Territorium aus die israelischen Fahrzeuge attackierten.
Niemand in der Region ist davon überrascht. Denn am Sinai herrscht Anarchie. Um dem Chaos ein Ende zu bereiten und die seit dem Sturz Mubaraks verlorene Kontrolle über die Halbinsel zurückzuerobern, verstärkte die ägyptische Armee seit Sonntag ihre aufgrund des Friedensvertrages mit Israel ausgedünnten Truppen mit ausdrücklicher Bewilligung der ebenfalls beunruhigten Israelis. Tausende Soldaten und vor allem Panzer überquerten den Suezkanal in östlicher Richtung. Neue Truppen sollen nach der Anschlagsserie auf dem Weg in den Nord-Sinai sein.
Kalifat errichten
Der Iran und die Hamas haben ein gut funktionierendes Waffenschmuggel-Netz aufgebaut: Teheran liefert seine Waffen über den Sudan, den Sinai und durch die Schmuggeltunnels in den Gazastreifen. Gemeinsames Ziel der verschiedenen im Sinai aktiven islamistischen Gruppierungen, die viele der dortigen Beduinen rekrutiert haben, ist es, ein Kalifat zu errichten, nachdem ihnen dies in Afghanistan und dem Irak zumindest bisher nicht geglückt ist. Dieses sollte sich einerseits gegen das zentrale Regime in Kairo richten, andererseits als Ausgangsbasis für den bewaffneten Kampf gegen Israel dienen.









