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Zuletzt aktualisiert: 05.07.2011 um 15:54 UhrKommentare

Erstes Schiff der Gaza-Hilfsflotte in See gestochen

Die französische "Dignité al Karama" ist als erstes Schiff der geplanten internationalen Gaza-Hilfsflotte in See gestochen. Bereits im Vorfeld hat Israel gedroht, die Schiffe notfalls mit Gewalt zu stoppen.

Die Gaza-Flotte will Hilfsgüter in den Gaza-Streifen bringen

Foto © APADie Gaza-Flotte will Hilfsgüter in den Gaza-Streifen bringen

Das kleine Schiff mit acht Aktivisten an Bord habe in der Nacht auf Dienstag griechische Hoheitsgewässer verlassen und sei auf dem Weg in den palästinensischen Gazastreifen, erklärten die Organisatoren. Die "Dignité al Karama" sei nicht in einem Register erfasst gewesen, sagte Jean-Claude Lefort, Sprecher des Teams "Französisches Boot für Gaza", in Paris. Laut einer mit den Organisatoren vertrauten Quelle in Athen war das Boot am Wochenende aus Korsika gekommen und hatte in einem Hafen abseits von Athen angelegt.

Auslaufen verboten

Auf dem 19 Meter langen Boot befand sich auch der populäre Linkspolitiker und frühere trotzkistische Präsidentschaftskandidat Olivier Besancenot. Die griechische Regierung hatte allen Schiffen verboten, die Häfen des Landes in Richtung Gazastreifen zu verlassen. Die Behörden führten zur Begründung die Drohung Israels an, die Schiffe notfalls mit Gewalt zu stoppen. Vor über einem Jahr waren bei einer Kommandoaktion der israelischen Eliteeinheit "Shayetet 13" gegen eine Gaza-Hilfsflotte in internationalen Gewässern acht türkische Palästina-Solidaritätsaktivisten und ein türkisch-amerikanischer Doppelstaatsbürger an Bord des Schiffes "Mavi Marmara" getötet worden.

Die Organisatoren in Paris wollen nun das französische Außenministerium um Schutz bitten. Ein Sprecher des Quai d'Orsay warnte am Dienstag vor neuen Spannungen und sagte, die Aktion sei "eine schlechte Idee", um der palästinensischen Bevölkerung zu helfen. Mehrere Dutzend spanische Palästina-Aktivisten drangen unterdessen in das Gebäude der spanischen Botschaft in Athen ein und forderten den Botschafter auf, zu veranlassen, dass ihr in Kreta vor Anker liegendes und von den griechischen Behörden blockiertes Schiff "Gernika" auslaufen darf. Bis dies geschehen sei, würden sie in der Botschaft bleiben, sagte ein Teilnehmer. Von einem Balkon der Botschaft hissten die Aktivisten eine palästinensische Flagge.

Kapitän festgenommen

Am Montagabend hatte das kanadische Schiff "Tahrir" erfolglos versucht, von Kreta aus in See zu stechen. Die Küstenwache schleppte das Schiff zurück in den Hafen von Agios Nikolaos. Ein Aktivist der kanadischen Organisation "Boat to Gaza" sagte, es seien 15 Bewaffnete an Bord gekommen. Zwei Aktivisten wurden festgenommen. Am Freitag hatte bereits das US-Schiff "Audacity of Hope" den Hafen von Piräus verlassen und war kurz darauf gestoppt worden. Der Kapitän wurde festgenommen und am Dienstag der Staatsanwaltschaft in Piräus vorgeführt.

Für kommenden Freitag ist die Ankunft von rund 500 pro-palästinensischen Aktivisten unter anderem aus Deutschland, Frankreich und den USA am Ben-Gurion-Flughafen von Tel Aviv geplant. Von dort aus wollen sie ebenfalls in die palästinensischen Gebiete reisen und so die Hilfsflotte für den Gazastreifen flankieren.

Vorwurf der Sabotage

Die Organisatoren der Gaza-Hilfsflotte werfen Israel Sabotageakte an mindestens zwei Schiffen vor. Taucher sollen im türkischen Hafen Göcek die Antriebswelle des irischen Schiffs "MV Saoirse" schwer beschädigt haben. Als einen "hinterhältigen Akt des internationalen Terrorismus" bezeichnete der irische Abgeordnete zum Europaparlament Paul Murphy den Sabotageakt.


Fakten

Die Gaza-Hilfsflotte will die Blockade des Gazastreifens durchbrechen, um Hilfsgüter in das Gebiet zu bringen. Rund 300 Aktivisten sowie 35 Journalisten aus 22 Ländern wollen sich an der Aktion beteiligen.

Akteure im Nahost-Konflikt



Bilder

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