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Frieden in Nahost: Opfer werden hart Golan: Syrische Rebellen machen Israel nervös Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Nahost Nächster Artikel Frieden in Nahost: Opfer werden hart Golan: Syrische Rebellen machen Israel nervös
Zuletzt aktualisiert: 05.06.2011 um 14:35 UhrKommentare

Tote bei neuer Golan-Erstürmung

Am Jahrestag des Sechs-Tage-Krieges haben wieder Dutzende Palästinenser auf der syrischen Seite der Golan-Höhen gegen die Besetzung durch Israel demonstriert. Das Militär gab daraufhin Warnschüsse ab. Dabei sollen vier Menschen getötet worden sein.

Foto © APA

Bei der Erstürmung der israelisch besetzten Golan-Höhen sind mindestens vier palästinensische Demonstranten erschossen worden. 13 Menschen seien bei dem Konflikt am Sonntag zudem von scharfer Munition verletzt worden, als israelische Soldaten das Feuer auf Hunderte Grenzstürmer eröffneten, meldete das syrische Fernsehen. Unter den Toten habe sich auch ein zwölfjähriger Bub befunden. Der Zwischenfall ereignete sich in einem von österreichischen Blauhelmen überwachten Gebiet.

Die Vereinten Nationen haben auf den Golan-Höhen eine Pufferzone zwischen Israel und Syrien eingerichtet, die von Blauhelmen überwacht wird. Auch 380 Österreicherinnen und Österreicher verrichten im Rahmen der UNO-Mission UNDOF ihren Dienst. Laut Bundesheer-Sprecher Michael Bauer war vom Zwischenfall am Sonntag auch der österreichische Einsatzbereich bei der syrischen Geisterstadt Kuneitra (Quneitra) betroffen. Bundesheer-Soldaten seien aber "weder verletzt noch getötet, noch in irgendeiner Weise bedroht" worden.

Die Demonstranten schwenkten Palästinenserflaggen und bewarfen die Soldaten nach israelischen Angaben mit Steinen. Laut Bauer versuchten sie, die sogenannte "Alpha-Linie" zu überschreiten, hinter der sich die israelischen Soldaten befinden. Diese hätten daraufhin offenbar durch Waffeneinsatz versucht, die Demonstranten zu stoppen. Aufgabe der UNO-Soldaten sei es, solche Zwischenfälle beobachten und zu melden und vermittelnd einzugreifen. Auch diesmal seien die Blauhelme damit beschäftigt, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Schon bei einem Zwischenfall vor drei Wochen habe dies "gut funktioniert", so Bauer.

Die Demonstranten hatten sich zum "Naksa-Tag" an der Grenze des Landes versammelt, das sie als ihre Heimat betrachten. Naksa bedeutet Rückschlag. Die Palästinenser wollten damit an die Eroberung des Westjordanlands, des Gazastreifens und Ost-Jerusalems sowie der Golan-Höhen durch Israel während des Sechstagekriegs von 1967 erinnern.

Auch im Westjordanland kam es am Sonntag zu Konfrontationen. Hunderte von Palästinensern lieferten sich an der Kalandia-Militärsperre bei Ramallah Zusammenstöße mit israelischen Soldaten. Junge Demonstranten warfen nach Augenzeugenberichten Steine und zündeten Reifen an. Die israelischen Soldaten setzten nach palästinensischen Angaben Tränengas ein und feuerten Geschoße mit Hartgummi-Mantel ab. Dabei seien mindestens 20 Menschen verletzt worden. Palästinenser und mehr als 100 pro-palästinensische Aktivisten aus aller Welt waren zu der Militärsperre marschiert, die zwischen Ramallah und Jerusalem liegt. Zahlreiche Soldaten hinderten die Demonstranten daran, die Sperre zu durchbrechen.

Ab Mittag waren in mehreren Städten des Westjordanlandes Märsche zum "Naksa-Tag" geplant. Auch an der Grenze zum Libanon wurden Ausschreitungen befürchtet. Tausende von israelischen Sicherheitskräften waren landesweit im Einsatz, um Übergriffe zu verhindern.

Erst vor drei Wochen hatte es mehr als ein Dutzend Tote und Hunderte Verletzte gegeben, als palästinensische Demonstranten von Libanon und Syrien aus die Grenze zu Israel stürmten. Seit dem Grenzsturm vom 15. Mai hat die Armee einen weiteren Graben im Bereich der drusischen Ortschaft Majdal Shams ausgehoben und weitere Minen verlegt.


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