Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
27. Mai 2012 11:00 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren 332948 Mitglieder | 413 online
Wie verzieht man sich aus dem Krieg? NGO: Fast hundert Tote einen Tag vor Verfassungsreferendum in Syrien Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Nahost Nächster Artikel Wie verzieht man sich aus dem Krieg? NGO: Fast hundert Tote einen Tag vor Verfassungsreferendum in Syrien
Zuletzt aktualisiert: 23.02.2011 um 09:50 UhrKommentare

Tag sieben: Das Geschehen zum Nachlesen

An Tag sieben des Aufstandes in Libyen hat sich Machthaber Gaddafi in einem absurden Fernsehauftritt dem Volk gezeigt. Er kündigte an, nicht abzutreten und ging hart gegen die Demonstranten vor.

Foto © APA

Audio

Die Strabag zur Lage

22:18 Uhr: Berlusconi telefonierte mit Gaddafi

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat am Dienstag mit dem libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi telefoniert und die blutige Gewalt in dem Land angesprochen. Dabei habe Berlusconi Gaddafi gegenüber betont, wie wichtig eine friedliche Lösung und Mäßigung seien, um die Gefahr eines Bürgerkrieges in Libyen zu vermeiden. Das wurde aus informierten Kreisen in Rom bekannt.

Das Amt des Regierungschefs selbst teilte keinerlei Einzelheiten über das Gespräch mit. Berlusconi und Gaddafi sind freundschaftlich verbunden, beide Länder haben engste wirtschaftliche Beziehungen.

21:33: TV: Innenminister unterstützt die Opposition

Der libysche Innenminister Abdel Fattah Junes al-Abidi hat sich einem Fernsehbericht zufolge von Muammar al-Gaddafi losgesagt und unterstützt die "Revolution des 17. Februar". In einem von dem Sender Al-Jazeera am Dienstag verbreiteten Amateurvideo appellierte der Minister zugleich an die Armee, sich auf die Seite des Volkes zu stellen und auf dessen legitime Forderungen einzugehen.

21:28 Uhr: Clinton für "angemessene Schritte" gegen Gewalt

US-Außenministerin Hillary Clinton strebt als Antwort auf die Gewalt in Libyen zusammen mit der Weltgemeinschaft "angemessene Schritte" an. Sie sagte am Dienstag in Washington aber nicht, ob dies auch Sanktionen gegen Tripolis beinhalte. Zugleich verurteilte Clinton das Blutvergießen erneut und drängte auf Reformen in der gesamten Region. Die Gewalt sei "völlig inakzeptabel".

Washington sei darüber hinaus "erheblich besorgt" über die Lage im Jemen und anderswo in der Region. Zugleich begrüße man aber die Anordnung von Bahrains König Hamad bin Issa al-Chalifa, nach den jüngsten Protesten verhaftete Oppositionelle freizulassen und mit dem "vollen Spektrum" der Gesellschaft einen Dialog beginnen zu wollen. Diesen Ankündigungen müssten jedoch "konkrete Schritte" folgen, forderte Clinton.

21:20 Uhr: OMV: Kompletter Produktions-Ausfall nicht auszuschließen

Die OMV erwartet aufgrund der aktuellen politischen Unruhen einen temporären Rückgang der libyschen Produktion. Auch ein kompletter Ausfall könne "nicht ausgeschlossen werden", teilte der Mineralölkonzern in einer Ad-Hoc-Aussendung am Dienstagabend mit. Derzeit würden die konkreten Auswirkungen evaluiert. Der Personalstand der OMV in Libyen wurde bereits auf das Notwendigste reduziert.

Libyen hat 2010 mit rund 33.000 boe/d etwa 10 Prozent zur Gesamtproduktion des OMV-Konzerns beigetragen. Für Österreich war Libyen zuletzt nach Kasachstan der zweitwichtigste Öllieferant, mit immerhin einem Fünftel der gesamten Rohölimporte.

20:50 Uhr: Ex-Militär: Gaddafi hat Kontrolle über Ostlibyen verloren

Die Rebellen sehen sich offenbar auf dem Vormarsch. Gaddafi habe die Kontrolle über den gesamten Osten verloren, sagte am Dienstag der einstige Major Hani Saad Mariaa, der zu einer Gruppe von Soldaten gehört, die sich von dem Staatschef im Zuge der Proteste abgewandt haben. Das Ausmaß der Gewalt in dem nordafrikanischen Land blieb auch am Dienstag unübersichtlich.

20:14 Uhr: Weitere Österreicher ausgeflogen

Am Dienstagabend sind erneut Österreicher, die sich zum Flughafen der libyschen Hauptstadt Tripolis durchschlagen konnten, in Wien angekommen. 109 Passagiere - zahlreiche EU-Bürger und Österreich - landeten am Abend mit einer AUA-Maschine in Wien-Schwechat und berichteten von chaotischen Szenen am libyschen Flughafen.

19:37 Uhr: Deutschland droht mit Sanktionen

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Fernsehansprache von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi als "sehr erschreckend" bezeichnet.

Sollte die Gewalt nicht gestoppt werden, "dann wird Deutschland sich dafür einsetzen, dass wir alle Möglichkeiten auch anwenden, um Druck und Einfluss auf Libyen auszuüben, inklusive der Frage, dass wir dann auch über Sanktionen gegenüber Libyen sprechen werden", sagte Merkel. Auch der US-Abgeordnete John Kerry, Vorsitzender des mächtigen Auswärtigen Ausschusses im Senat, hatte US-Präsident Barack Obama aufgefordert, die Wiedereinführung von Sanktionen gegen Libyen zu erwägen.

19:08 Uhr: Gaddafi droht mit Massaker

Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi bezeichnet sich in einer Fernsehrede als "Beduinen-Krieger", der den Libyern zum Ruhm verholfen habe. Einen Rücktritt lehnt der Diktator ab – er werde Revolutionsführer Libyens blieben.

Gaddafi sagt, er werde die Protestbewegung in Libyen weiter bekämpfen und notfalls als Märtyrer sterben. "Wir Libyer haben den Widerstand gegen USA und Großbritannien schon in der Vergangenheit geübt, wir werden nicht aufgeben." Er appellierte an das Volk, hinter ihm zu stehen. Er gibt "jungen Verbrechern" die Schuld an den blutigen Unruhen mit Hunderten Toten. Gaddafi beschimpft die Demonstranten als "Gangster-Banden, Ratten und Söldner". Unter libyschem Recht drohe allen Demonstranten die Todesstrafe.

Der libysche Machthaber warnt davor, dass Libyen zu einem "neuen Afghanistan" unter US-Besatzung werden könnte. Er fordert seine Anhänger auf, am Mittwoch für ihn auf die Straßen zu gehen: "Familien, nehmt eure Kinder, verlasst eure Häuser, alle von euch, die Muammar al-Gaddafi lieben, geht auf die Straßen, macht die Straßen sicher, habt keine Angst vor ihnen." Das Volk solle Libyen "Haus für Haus säubern", außer die Demonstranten gäben auf.

18:56 Uhr: Libyen begründet Ölexport-Stopp mit höherer Gewalt

Das von einem landesweiten Aufstand erfasste Libyen hat den Stopp von Ölexporten mit höherer Gewalt begründet. Händler seien darüber informiert worden, dass deshalb die Aus- wie auch Einfuhren gestoppt worden seien, sagte ein im Mittelmeerraum tätiger Ölhändler. In Libyen wurde verschiedenen Berichten zufolge kaum noch Öl und Gas gefördert.

Die größeren Cargo- und Container-Häfen des Landes stellten Schifffahrtskreisen zufolge am Dienstag wegen der Ausschreitungen ihre Tätigkeiten ein. Die Häfen von Benghasi, Tripolis und Misurata seien geschlossen. Ein Reuters-Reporter sagte, vor den Tankstellen in der Hauptstadt Tripolis hätten sich Schlangen gebildet. Nahrungsmittelengpässe seien noch nicht festzustellen.

18:37 Uhr: Tschechischer Präsident verurteilt Gewalt an Demonstranten

Der tschechische Premier Petr Necas hat das Vorgehen der libyschen Führung gegen die Demonstranten scharf verurteilt. In einer Presseaussendung forderte er eine sofortige Beendigung der brutalen Reaktion des Regimes von Muammar al-Gaddafi auf die Demonstrationen.

"Das Blutbad, das an der zivilen Bevölkerung begangen wird, ist eine unerhörte Verletzung der Menschenrechte, die keinen Platz in der zivilisierten Welt hat. Wir sind erschüttert durch die Brutalität der Reaktion des libyschen Regimes auf die Bürger-Demonstrationen. Die Tschechische Republik fordert zu einer sofortigen Beendigung der Gewalt auf", betonte Necas.

Im Unterschied zu seinem Außenminister Karel Schwarzenberg äußerte Necas eine eindeutig kritische Position Tschechiens gegenüber dem Vorgehen der libyschen Führung gegen die Demonstranten. Schwarzenberg hatte im Verlauf des Treffens mit seinen EU-Kollegen in Brüssel zu Zurückhaltung gegenüber dem Regime von al-Gaddafi gemahnt. Die Aussagen Schwarzenbergs riefen kritische Reaktionen der Opposition und einiger Zeitungen hervor.

17:54 Uhr: Libysches Schiff nähert sich Malta

Ein libysches Schiff scheint sich Malta zu nähern, vermutlich mit desertierenden Soldaten an Bord. Das sagte ein maltesischer Regierungsbeamter am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Valletta. Er konnte keine genaue Zahl der Besatzungsmitglieder an Bord nennen. Das Schiff dürfte noch am Dienstag Malta erreichen, 24 Stunden nachdem zwei libysche Piloten mitten in den Unruhen und der blutigen Gewalt gegen Regimegegner in Libyen mit ihren Kampfflugzeugen nach Malta desertiert waren.

Unterdessen forderte der US-Abgeordnete John Kerry, Vorsitzender des mächtigen Auswärtigen Ausschusses im Senat, US-Präsident Barack Obama auf, die Wiedereinführung von Sanktionen gegen Libyen zu erwägen.

17:39 Uhr: Todesstrafe für Protestteilnehmer

Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi hat in einer Fernsehansprache am Dienstag gesagt, dass für die Protestteilnehmer laut dem libyschen Gesetz die Todesstrafe vorgesehen ist. Die Protestierenden wollten Libyen in einen islamischen Staat verwandeln, ein "neues Afghanistan". Gaddafi beschuldigte die Jugend für die Proteste, die das Geschehen in anderen arabischen Ländern kopierten. Er sei ein beduinischer Krieger, der den Libyern Ruhm gebracht habe.

17:13 Uhr: Gaddafi will als Märtyrer sterben

Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi klammert sich trotz eines landesweiten Aufstandes an seine Macht. "Ich werde das Land nicht verlassen, ich werde hier als Märtyrer sterben", sagte Gaddafi am Dienstag im Staatsfernsehen. Mehrmals bezeichnete er sich als "Revolutionsführer". Gaddafi drohte seinen Gegnern, er habe noch keine Gewalt angewandt, werde das aber tun, falls dies notwendig werde. Nach libyschem Gesetz verdienten die Aufrührer die "Todesstrafe", sagte er.

Seine Ansprache hielt der Staatschef symbolträchtig vor einem 1986 von US-Militärflugzeugen zerstörten Gebäude, das seither nicht wieder aufgebaut wurde. Damals starben 36 Zivilisten, darunter eine Adoptivtochter Gaddafis. Zu dem Aufstand sagte er, eine kleine Gruppe von jungen Leuten, denen man Tabletten gegeben habe, attackierten die Polizeiwachen, "wie die Ratten und Söldner". Diese Leute seien krank. Die Revolte in dem nordafrikanischen Land schrieb Gaddafi Jugendlichen zu. Die Demonstranten wollten Libyen in einen islamischen Staat verwandeln, ein "neues Afghanistan", sagte der diesmal ganz in Braun gekleidete Oberst.

17:09 Uhr: Schule wird zur Leichenhalle

Die libyschen Behörden bereiten sich angesichts der anhaltenden Unruhen offenbar auf weitere Tote vor. Nach Erkenntnissen des Internationalen Verbands der Menschenrechtsligen (FIDH) in Paris wurde am größten Krankenhaus der Hauptstadt Tripolis eine Leichenhalle für 450 Tote eingerichtet. Dem TV-Sender BFM sagte FIDH-Präsidentin Souhayr Belhassen am Dienstag, eine Schule sei eigens für diese Zwecke umgewidmet worden. Ihre Erkenntnisse stützen sich auf Angaben der nationalen Menschenrechtsliga.

16:34 Uhr: "NATO will Libyen besetzen"

Der kubanische Ex-Präsident Fidel Castro geht davon aus, dass die USA mit Hilfe der NATO Libyen besetzen wollen. "Für mich ist absolut klar, dass die Regierung der Vereinigten Staaten keinerlei Interesse am Frieden in Libyen hat".

16:06 Uhr: "Bald Fernsehansprache Gaddafis"

Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi werde "große Reformen" ankündigen, meldete der TV-Nachrichtensender Al-Arabiya am Dienstag. Gaddafi werde seine Pläne bald in einer Fernsehansprache erläutern, hieß es.

16:01 Uhr: "Jugendbanden, Ausland, Al-Kaida"

"Jugendbanden mit Verbindungen zum Ausland und Al-Kaida" sind nach Darstellung der libyschen Regierung schuld an der Gewalt der vergangenen Tage. "Was wir in Libyen sehen, ist nur eine Gruppe Jugendlicher, die von anderen Menschen aus ausländischen Kreisen, Al-Kaida und anderen verdächtigen Zirkeln ausgenutzt werden", hieß es in einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung des Verteidigungsministeriums.

15:56 Uhr: Schwere Stammeskonflikte erwartet

Nach einem Sturz des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi würde sich nach Einschätzung des Nordafrika-Experten Thomas Hasel die Lage in dem Mittelmeerland vorerst nicht beruhigen. Anders als in Ägypten gebe es in Libyen keine zivilgesellschaftlichen Strukturen wie Vereine und Verbände, da diese verboten seien, sagte der Wissenschafter des "Otto-Suhr-Instituts". Auch gebe es in Libyen keine Alternativpartei. Vor allem aber gebe es starke Rivalitäten zwischen den unterschiedlichen Stämmen, betonte Hasel. "Daher wird es viel schwerer sein, hier etwas Neues aus dem Hut zu zaubern".

15:34 Uhr: Börsen reagieren allergisch

Nach der feiertagsbedingten Pause am Vortag dürften die US-Börsen am Dienstag wegen der politischen Unruhen in Libyen mit Kursverlusten in die neue Woche starten. Zuvor gaben weltweit schon einige andere Börsen nach.

15:23 Uhr: Auswirkungen auf Ägypten

Ein Handelsdelegierter der Wirtschaftskammer in Kairo, mit dem die Kleine Zeitung Digital telefonieren konnte, bestätigte, dass Ägypten die Entwicklunge in Libyen nicht kalt lässt: Auch wenn sich die Lage inzwischen beruhigt hat, ist "sein" Land noch immer in einer schwierigen Situation. "Wirtschaftlich gesehen ist auch die Lage in Libyen problematisch für Ägypten - es gibt mehrere Hunderttausend ägyptische Gastarbeiter in Libyen. Wenn diese flüchten müssen und in Ägypten auf Jobsuche gehen, belastet das den Arbeitsmarkt zusätzlich", gibt er zu bedenken.

14:55 Uhr: Warnung vor Flächenbrand

Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat vor negativen Folgen der Unruhen in der arabischen Welt gewarnt. Die Massenproteste der vergangenen Wochen könnten "Fanatiker" an die Macht bringen, sagte Medwedew. Außerdem bestehe die Gefahr, dass die arabischen Länder in kleine Teilstaaten zerbrechen könnten. "Das würde einen Flächenbrand auf Jahrzehnte und eine weitere Ausbreitung des Extremismus bedeuten - man muss dieser Wahrheit ins Auge sehen".

14:31 Uhr: Ägypter könnten eingreifen

Nachdem über dreißig Ägypter bei libyschen Luftangriffen auf Demonstranten ums Leben gekommen sein sollen, hat der in Kairo regierende Militärrat nun gedroht, schlimmstenfalls in Libyen "eingreifen zu müssen". Das meldete der israelische Rundfunk am Dienstag unter Berufung auf arabische Medienberichte. In Libyen leben etwa zwei Millionen Ägypter.

13:50 Uhr: Gaddafi in Kaserne verschanzt?

Libyens Langzeit-Machthaber Muammar al-Gaddafi soll sich in einer Kaserne in Tripolis verschanzt haben. Der abtrünnige Diplomat Abdulmoneim al-Honi, bisheriger Chefdelegierter Libyens bei der Arabischen Liga, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in einem Telefoninterview: "Er ist jetzt in Bab al-Asisiyah. Das Gelände dort ist sechs Quadratkilometer groß. Außer diesem Stützpunkt gibt es jetzt nur noch zwei Kasernen, die von Gaddafi und seinen Anhängern gehalten werden".

13:24 Uhr: Evakuierung auf Hochtouren

Die Bemühungen zur Ausreise der in Libyen verbliebenen "unter 100" Österreicher laufen "auf Hochtouren". Das sagte der Sprecher des Außenministeriums, Peter Launsky-Tieffenthal. Österreich bemüht sich gemeinsam mit anderen EU-Staaten sowie mit in Libyen tätigen österreichischen Firmen um die Evakuierung der Österreicher.

13:00 Uhr: Ölpreis auf Rekordhoch

Die Eskalation in Libyen hat den Ölpreis am Dienstag kräftig steigen lassen. Die Furcht der Anleger vor einem Übergreifen der Unruhen auf andere Ölländer in Nordafrika und am Persischen Golf sorgte für den höchsten Stand der Rohölpreise seit zweieinhalb Jahren. Inzwischen ist ein Flugzeug der AUA auf dem Weg nach Tripolis. 196 Menschen sollen aus Libyen sollen am Nachmittag in Wien landen.

12:30 Uhr: Botschafter treten zurück

12:51 Uhr: Botschafter gehen

Libyens Botschafter-Corps hat weitere Abgänge zu verzeichnen: Nach dem Rücktritt libyscher UNO-Diplomaten in New York und dem Chefdelegierten bei der Arabischen Liga haben auch die Botschafter des Landes in Indien und Bangladesch ihre Ämter niedergelegt. Dies geschah aus Protest gegen die gewaltsamen Übergriffe des Regimes auf Demonstranten.

12:37 Uhr: 750.000 Flüchtlinge?

Die EU-Innenminister beraten am Donnerstag angesichts der dramatischen Entwicklungen in Libyen und anderen nordafrikanischen Staaten über einen möglichen Flüchtlingsansturm aus diesen Ländern. Die Lage sei derzeit schwer einschätzbar und entwickle sich täglich weiter, Berichte über 750.000 zu erwartende Flüchtlinge über das Mittelmeer wurden aber zurückgewiesen.

12:30 Uhr: Probleme mit Gaslieferungen

Nach den dramatischen Entwicklungen in Libyen meldet Italien zunehmende Probleme bei den Gaslieferungen aus dem nordafrikanischen Land. Die Gaslieferungen über die Pipeline Greenstream seien seit Montagabend stark zurückgegangen und die Situation habe sich am Dienstag verschlechtert.

12:21 Uhr: Österrichs Politik kommentiert

In Libyen spiele sich "Völkermord" ab, erklärte die Grüne Bundessprecherin und Nationalratsabgeordnete Eva Glawischnig - Österreich müsse daraus Konsequenzen ziehen. Man sei aufgerufen, die wirtschaftlichen Beziehungen zu dem nordafrikanischen Land abzubrechen, Glawischnig forderte zudem ein Einreiseverbot für die Familie von Machthaber Muammar al-Gaddafi. Die OMV solle sofort die Produktion in Libyen stoppen.

12:11 Uhr: Demonstrationen angekündigt

Für Dienstagnacht wurden laut Nachrichtenportal CNN wieder groß angelegte Demonstrationen angekündigt. Revolutionsführer Gaddafi hatte in seiner wunderlichen TV-"Ansprache" zuvor behauptet, Herr der Lage zu sein.

12:01 Uhr: Weiter Gewalt in Tripolis

Augenzeugen berichten vor allem in Tripolis von anhaltenden Explosionen, Schusswechseln, anhaltenden Demonstrationen und dem Lärm von Sirenen in Tripolis.

11:37 Uhr: UNO schaltet sich ein

Die Vereinten Nationen fordern eine internationale Untersuchung des brutalen Vorgehens von Libyens Regime gegen dessen Gegner. Die libysche Führung könnte angesichts der "systematischen Angriffe auf die Bevölkerung" wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt werden.

11:21 Uhr: "Revolution gegen den Tyrannen"

Die libanesische Schiitenorganisation Hisbollah hat die gegenwärtigen "Massaker" in Libyen scharf verurteilt und die Hoffnung ausgedrückt, dass die "Revolution gegen den Tyrannen" Muammar al-Gaddafi gelingen möge.

11:02 Uhr: Werden Ölreserven angezapft?

Die Industriestaaten sind nach Einschätzung der Internationalen Energie-Agentur (IEA) bereit, bei Lieferengpässen wegen der Libyen-Krise ihre Ölreserven anzuzapfen. "Wenn sie einen Bedarf dafür sehen, würden sie wohl darauf zurückgreifen", sagte IEA-Chefvolkswirt Fatih Birol am Dienstag Reuters.

10:32 Uhr: Presse teilt heftig aus

"Gaddafi war ein wertvolles Werkzeug in der Hand des Westens oder, besser gesagt, der internationalen Ölkonzerne gewesen. Niemand kann sagen, wie die Unruhen ausgehen werden" - diese und ähnliche Pressestimmen stellen der Rolle des Westens kein sonderlich gutes Zeugnis aus.

10:11 Uhr: "Ein historisches Zeitfenster"

EU-Entwicklungshilfeminister werden bei ihrer Ratstagung am Dienstag die jüngste dramatische Entwicklung in Libyen und den Ländern der Region sowie im Nahen Osten erörtern. Der deutsche Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel stellte vor Beginn der Sitzung fest, dass ein "historisches Zeitfenster" gegeben sei. Wenn die Länder es wünschten, "werden wir dem Demokratisierungsprozess beistehen".

09:37 Uhr: Arabische Liga tritt zusammen

Die Arabische Liga hat angesichts der dramatischen Entwicklungen in Libyen für den (heutigen) Dienstagnachmittag (16.00 Uhr MEZ) eine Dringlichkeitssitzung in ihrem Hauptquartier in Kairo einberufen.

09:15 Uhr: Rom befürchtet massive Migrationswelle

Die Regierung in Rom beobachtet mit Sorge die jüngsten Entwicklungen in Libyen. Der italienische Außenminister Franco Frattini appellierte am Dienstag an die EU, Italien nicht sich selbst bei der Bewältigung möglicher "riesiger Migrationsströme" aus Libyen zu überlassen. "Italien ist das erste Land, das die Folgen einer massiven Migrationswelle zu spüren bekommen würde", warnte Frattini.

09:00 Uhr: Bizarrer Fernsehauftritt Gaddafis

Gaddafi hat sich am Montagabend vor dem Hintergrund einer - eventuell durch Einschüsse devastierten Hinterhof-Fassade mit einer dicken Fellmütze und heruntergelassenen Ohrenschützern bewehrt - in der offenen Tür eines offenkundig in die Jahre gekommenen Lastwagens gezeigt. Dabei hielt er einen Regenschirm über sich und murmelte in ein Mikrofon. Er sei in Tripolis und nicht wie vermutet in Venezuela und wolle zum Grünen Platz in Tripolis fahren, um dort zur Jugend zu sprechen und die Nacht mit ihr zu verbringen. Ob er dort tatsächlich aufgetaucht ist, ist unbestätigt.

08:15 Uhr: Regimegegner lassen Gaddafis Sohn abblitzen

Saif al-Islam, Gaddafi-Sohn versucht den Libyern Angst zu machen. Er behauptet, die Aufständischen seien alle militante Islamisten. Doch den Geist der Revolution kann Saif al-Islam damit nicht mehr einfangen. Die Aufständischen zünden trotzdem weiter Regierungsgebäude an. Eine Stadt nach der anderen entgleitet der Kontrolle von Polizei und Armee. Auf der Facebook-Website der Aufständischen wird die Ansprache von Gaddafi junior mit den Worten kommentiert: "Du Glatzkopf, du Lügner, das libysche Volk hat keine Angst!"

07:50 Uhr: Ölpreise steigen erneut

Die Sorge vor Produktionsausfällen in Libyen hat die Ölpreise am Dienstag erneut kräftig in die Höhe getrieben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur April-Lieferung kostete im frühen Handel 107,60 US-Dollar. Das waren 1,86 Dollar mehr als am Vortag.

07:30 Uhr: Krisensitzung im UN-Sicherheitsrat am Dienstag

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat für Dienstag eine Krisensitzung des UN-Sicherheitsrats zur Lage in Libyen angekündigt. Er habe den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi ein einem 40-minütigen Telefonat zur Zurückhaltung aufgerufen, sagte Ban am Montag in Los Angeles. Er habe Gaddafi ferner zur Respektierung der Menschenrechte sowie der Rede- und Versammlungsfreiheit aufgefordert, sagte Ban weiter.

02:15 Uhr: Al Rawi schockiert über Gewalt

Besorgt und entsetzt über die Eskalation der Gewalt gegen friedlich für Demokratie und Reformen demonstrierende Menschen im Arabischen Raum, Nordafrika und dem Iran, zeigt sich der aus dem Irak stammende SP-Gemeinderat Omar Al-Rawi. "Leider werden die Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Libyen immer gewalttätiger. Diese gewaltsame Reaktion der Regierungen auf die Proteste ist entsetzlich und durch nichts zu rechtfertigen", betonte Al Rawi in der Nacht auf Dienstag in einer Aussendung und fordert ein sofortiges Ende der Gewalt.

01:20 Uhr: Gaddafi zeigt sich im TV

Der zunehmend unter Druck stehende libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hat sich am Montagabend kurz im Fernsehen gezeigt. Nach Angaben des staatlichen Senders wurde der Auftritt "live" aus Gaddafis Residenz in Tripolis übertragen. Gaddafi hatte seit Beginn der Proteste vor einer Woche keine öffentliche Stellungnahme abgegeben.

Gerüchte, wonach er sich bereits nach Venezuela abgesetzt haben soll, wurden dementiert. Laut Al Arabiya sagte Gaddafi: "Ich bin in Tripolis und nicht in Venezuela."

01:10 Uhr: "Islamisten hinter Aufstand"

Der Aufstand in Libyen wird nach Einschätzung des Brüsseler Terrorexperten Claude Moniquet von Islamisten angeführt. Es sei "kein Zufall", dass die Unruhen im östlichen Landesteil begonnen hätten, wo es bereits im Jahr 1996 einen Aufstand militanter Islamisten gegen Gaddafi gegeben habe, schreibt der Chef der Denkfabrik ESISC (European Strategic Intelligence and Security Center) in einer am Montagabend veröffentlichten Expertise. "Wir haben aus mehreren Quellen erfahren, dass bekannte Islamisten die am Wochenende im Osten begonnene Rebellion anführen."

00:35 Uhr: Bundesheer-Maschine in Malta gelandet

Mit stundenlanger Verzögerung hat das Bundesheer am gestrigen Montagabend eine erste Gruppe von EU-Bürgern aus Tripolis evakuiert. Wie der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Michael Bauer, kurz nach Mitternacht auf Anfrage der APA mitteilte, war die Militärmaschine vom Typ "Hercules" um 23.40 Uhr plangemäß auf dem Inselstaat im Mittelmeer gelandet. An Bord waren den Angaben zufolge 62 Personen, darunter neun Österreicher und sieben Kinder. Auch Deutsche, Franzosen und Niederländer wurden ausgeflogen.

00:30 Uhr: "Das ist Völkermord"

Der stellvertretende libysche Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ibrahim Dabbashi, warf Gaddafi Völkermord vor: "Sie schießen, um zu töten", sagte er in New York zum Vorgehen der Sicherheitskräfte in seiner Heimat. "Das Gaddafi-Regime hat schon am 15. Jänner einen Völkermord begonnen."

00:20 Uhr: Clinton fordert Ende des "inakzeptablen" Blutvergießens

US-Außenministerin Hillary Clinton hat die libysche Führung in scharfer Form aufgefordert, auf Gewalt gegen Demonstranten zu verzichten. "Die Welt beobachtet alarmiert die Lage in Libyen", teilte Clinton am Montag mit. "Jetzt ist die Zeit, das inakzeptable Blutvergießen zu beenden." Die US-Regierung verurteile wie der Rest der Weltgemeinschaft die Gewaltanwendung.


Hintergrund

Libyen ist das reichste Land Afrikas. Libyens BIP/Kopf - rund 20.000 Dollar - liegt deutlich über jenen von Ungarn, der Slowakei oder Tschechien. Am Papier kann sich der Staat also mit EU-Staaten messen.

Österreich importiert aus Libyen hauptsächlich Öl. Vergangenes Jahr wurde Öl im Wert von 478 Millionen Euro aus dem nordafrikanischen Land eingeführt.

Durch den Öl-Reichtum ist Libyen auch einer der wichtigsten Handelspartner der EU.


KLEINE.tv

Neue Bewegung in der Causa Lieserschlucht-Radweg

Seit Jahren wird im Bezirk Spittal an der Drau über eine Radweg-Lösung z...Bewertet mit 5 Sternen

 

US-Wahl 2012

Reuters

Obama oder seine republikanischen Kontrahenten - wer kann die Wahl zur US-Präsidentschaft für sich entscheiden?

Griechenland in der Krise



Politik im Bild

Faymann trifft Dalai Lama zum Frühstück in Wien 

Faymann trifft Dalai Lama zum Frühstück in Wien

 

Sparpaket

Wen es trifft und was es kostet: Alle Details zum Sparpaket.

 

Steirische Strukturreform

APA

Die steirische Landesregierung plant ab 2012 eine große Strukturreform: Gemeinde und Bezirke sollen zusammengelegt werden, die Expositur in Bad Aussee wird aufgelöst.



Seitenübersicht

Zum Seitenanfang