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Zuletzt aktualisiert: 02.06.2010 um 10:55 UhrKommentare

Mankell: "Es war Seeräuberei und Kidnapping"

Über angebliche israelische Waffenfunde an Bord der geenterten Schiffe meinte der Autor: "Ich kann versichern, dass nicht eine einzige Waffe an Bord unserer Schiffe war."

Henning Mankell bei seiner Rückkehr nach Schweden

Foto © APHenning Mankell bei seiner Rückkehr nach Schweden

Der schwedische Schriftsteller Henning Mankell hat gegenüber Journalisten am Göteborger Flughafen am Dienstag unmittelbar nach seiner Rückkehr aus israelischer Gefangenschaft gemeint: "Was wird passieren, wenn wir nächstes Jahr mit Hundert Schiffen kommen - werden sie dann eine Atombombe abwerfen?" Er kritisierte die Erstürmung der Gaza-Hilfsflotte durch die israelische Marine als "Seeräuberei und Kidnapping". Der Zeitung "Expressen" (Mittwochausgabe) sagte Mankell: "Die israelischen Soldaten gingen fernab der eigenen Gewässer zum bewaffneten Angriff. Das war in internationalen Gewässern. Also handelt es sich um Seeräuberei und Kidnapping."

Der Schwede kündigte an, dass er zusammen mit zwei weiteren heimgekehrten Schweden zwei Tage lang zu Einzelheiten keine Erklärungen abgeben wolle. Grund sei die Sorge um die noch in israelischer Haft verbliebenen Frauen und Männer aus der elfköpfigen schwedischen Gruppe. Im Rundfunk erklärte Mankell er wolle seine "Solidaritätsarbeit für Palästina" fortsetzen.

Der schwedische Grünen-Abgeordnete Mehmet Kaplan meinte vor Journalisten am Stockholmer Flughafen Arlanda über den israelischen Armee-Einsatz, ebenfalls am Dienstagabend laut "Dagens Nyheter": "Es war, als würden wir von Piraten angegriffen. Sie kamen mit Enterhaken von beiden Seiten auf unser Schiff."

Unterdessen hat ein an dem Gaza-Hilfskonvoi beteiligter pakistanischer Journalist nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis schwere Vorwürfe gegen Israel erhoben. Israelische Marinesoldaten hätten bei ihrem Angriff auf die internationale Hilfsflotte am Montag kaltblütig auf Aktivisten an Bord geschossen.

Talat Hussain, der Moderator bei dem Fernsehsender Aaj ist, sagte nach seiner Abschiebung weiter: "Vor mir sind vier Leute in den Kopf geschossen worden. Ich wurde Zeuge, wie vier Menschen starben." Am Bord habe es keine Waffen gegeben, sagte Hussain seinem Sender in einem Telefoninterview aus Jordanien. "Als die Israelis versuchten, Aktivisten festzunehmen, kam es zu Handgreiflichkeiten. Danach haben sie die Israelis mit allem beworfen, was sie in die Finger bekamen." In Pakistan, das keine diplomatischen Beziehungen zu Israel hat, war es nach der israelischen Militäraktion zu wütenden Protesten gekommen.


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