Israel empört über schwedischen Organ-Klau-Bericht
Die israelische Regierung hat mit Empörung auf einen Bericht in einer schwedischen Zeitung reagiert, wonach gezielt Organe von toten Palästinensern gestohlen worden seien. Vize-Außenminister Danny Ayalon sprach am Mittwoch in Jerusalem von einer "Blutlüge". Dies sei eine äußerst schlimme Form von Antisemitismus.
Nach Ansicht von Ayalon besteht eine Verbindung zwischen kritischen Äußerungen der schwedischen Regierung über Israels Politik gegenüber den Palästinensern und Antisemitismus in der schwedischen Presse. Die schwedische Botschaft in Tel Aviv distanzierte sich von dem Bericht der Tageszeitung "Aftonbladet". Dieser sei für Schweden schockierend und fürchterlich zugleich. "Wir teilen die Betroffenheit der israelischen Regierung, Medien und Öffentlichkeit", heißt es in einer Erklärung von Botschafterin Elisabet Borsiin Bonnier.
Der Autor des Beitrags, der freie Journalist Donald Bostrom, hatte unter der Überschrift "Die Organe unserer Söhne werden geplündert" palästinensische Familien zitiert, wonach tote Verwandte von Bauch bis Kinn aufgeschnitten worden seien. Auch mehrere Mitarbeiter der Vereinten Nationen hätten wiederholt ihre Sorge wegen dieser Vorfälle geäußert, sagte er dem israelischen Rundfunk. Auf Nachfrage räumte Bostrom ein, dass es keine Autopsie als Bestätigung dafür gegeben habe, dass toten Palästinensern Organe entnommen worden seien.
Bostrom schrieb unter anderem von einem Mangel an Spenderorganen in Israel und einer Kampagne der Regierung im Jahr 1992, um neue Spender zu gewinnen. "Zur selben Zeit, als diese Kampagne lief, sind junge Palästinenser verschwunden und fünf Tage später nachts in ihre Dörfer zurückgebracht worden, tot und aufgeschnitten", schrieb der Journalist.









