Norwegische Ärzte: Israel setzt neuartige Spezialwaffen ein
Sprengkörper setzen angeblich bei Detonation krebserregenden Metallstaub frei. Israel wirft den Medizinern vor, "linksradikale Ansichten" zu haben und das Land systematisch zu "dämonisieren".

Foto © APSchwerste Vorwürfe gegen die Israelis
Zwei norwegische Ärzte, die in den vergangenen Wochen im Shifa-Krankenhaus in Gaza gearbeitet haben, beschuldigen Israel im Krieg gegen die Hamas des Einsatzes neuartige Spezialwaffen, die besonders folgenschwere Verletzungen verursachen. Die beiden
Mediziner Erik Fosse und Mads Gilbert untermauern ihre Behauptungen mit Fotos von Patienten, die der norwegische Sender NRK am Freitag veröffentlichte. Israel wirft insbesondere Gilbert vor, "linksradikale Ansichten" zu haben und das Land systematisch zu dämonisieren.
"Krebserregender Metallstaub". Fosse und Gilbert zufolge deuten die schweren und in diesen Fällen zumeist tödlichen Verwundungen einiger ihrer Patienten auf den
Einsatz sogenannter "Dense Inert Metal Explosives" (DIME) hin. Diese entfalten eine besonders konzentrierte Sprengkraft im unmittelbaren Trefferbereich und setzen bei der Detonation krebserregenden Metallstaub frei, der radioaktiv sein kann. Der Sinn dieser Geschoße sei es, in einem Umkreis von 10 bis 15 Meter große Sprengkraft zu
entfalten, außerhalb davon jedoch kaum Schaden anzurichten, zitierte der norwegische Sender einen Militärfachmann.
"Lügen". Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums bezeichnete die Angaben der Ärzte laut NRK als "Lügen" und warf Gilbert vor, "linksradikale Ansichten" zu haben und dafür bekannt zu sein, Israel systematisch zu dämonisieren. Seine Geschichten seien "Dantes
Fantasie würdig", zitierte NRK Ministeriumssprecher Yigal Palmor, der offensichtlich auf den italienischen Dichter Dante Alighieri (1265-1321) und dessen Schilderung der Unterwelt anspielte. Fosse und Gilbert hatten bereits davor Israel ein besonders brutales Vorgehen
gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen.
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Fakten
Die Ärzte veröffentlichten die Eindrücke aus ihrer Arbeit im Gazastreifen auch in der Mediziner-Zeitschrift "Lancet". Weil
Israel keine internationalen Journalisten in den Gazastreifen einreisen lässt, zählten die beiden Ärzte im Dienst der humanitären Hilfsorganisation Norwac zu den wenigen westlichen
Informations-
quellen aus Gaza in den vergangenen zwei Wochen.









