UNO-Kritik an Nahost-Gesandtem Tony Blair
Am Sondergesandten des Nahost-Quartetts, Tony Blair, ist jetzt öffentlich Kritik aufgekommen. Blair sei bisher weder im Gazastreifen gewesen noch habe er - wie vor drei Monaten gefordert - vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen über die Fortschritte seine Arbeit gesprochen, sagte der südafrikanische UN- Botschafter Dumisani Kumalo nach Angaben der britischen Sonntagszeitung "Sunday Times".
"Wir müssen wissen, was der Gesandte des Quartetts macht", sagte er. Der ehemalige britische Premierminister hatte seine Aufgabe als Gesandter des Quartetts, das sich aus der UN, der EU, den USA und Russland zusammensetzt, nach seinem Rücktritt im Sommer 2007 angetreten.
Blairs Sprecher bestätigte gegenüber der Zeitung, dass der Ex- Premier noch nicht im Gazastreifen war, er aber Palästinenser- Präsident Mahmoud Abbas sowie Ministerpräsident Salam Fayyad seit Beginn der Angriffe in Nahost getroffen habe.
Wie die "Times" zudem berichtete, werde Blair bis Juli mit seinen Vortragsreihen bis zu 15 Millionen Pfund (fast 17 Millionen Euro) verdient haben. Blair gilt als einer der teuersten Redner der Welt. Er ist wegen seiner Rolle im Irak-Krieg in der arabischen Welt umstritten.
Der deutsche Außenminister Steinmeier hat sich unterdessen besorgt über die wachsende Zahl von zivilen Opfern im Gazastreifen geäußert. Die vereinbarte tägliche Kampfpause für humanitäre Hilfslieferungen sei wichtig, aber "nur ein erster Schritt", sagte Steinmeier nach einem Gespräch mit Außenministerin Tzipi Livni am Sonntag in Jerusalem. "Wir brauchen möglichst schnell einen dauerhaften Waffenstillstand", forderte Steinmeier.
"Der Waffenstillstand wird sich nicht von selbst als dauerhaft erweisen. Wir müssen geduldig daran arbeiten." Erneut sagte Steinmeier deutsche Unterstützung zu, insbesondere um den Schmuggel von Waffen an die radikal-islamische Hamas zu unterbinden.









