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Zuletzt aktualisiert: 13.03.2008 um 16:47 Uhr

ÖVP ist empört über geplante Zeugen und Beweisanträge

VP-Fraktionsführer Kukacka spricht von einer "Anschwärzung der ÖVP".

ÖVP-Fraktionsführer im U-Ausschuss, Helmut Kukacka, und Generalsekretär Hannes Missethon

Foto © APAÖVP-Fraktionsführer im U-Ausschuss, Helmut Kukacka, und Generalsekretär Hannes Missethon

Empörung herrscht bei der ÖVP über die geplanten Zeugenladungen und Beweisanträge für den U-Ausschuss. Ein diesbezüglicher Entwurf vom Ausschussvorsitzenden Peter Fichtenbauer (F) bestätige, dass es der Mehrheit im Gremium lediglich darum gehe, die ÖVP und deren Regierungsarbeit anzuschwärzen, kritisierte VP-Fraktionsführer Helmut Kukacka am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Er forderte die Bestellung eines Verfahrensanwalts vor der morgigen Abstimmung über Beweisanträge. Dieser soll dann über die rechtliche Unbedenklichkeit der Beweisanträge und Zeugen entscheiden, so Kukacka.

ÖVP-Antrag. Die ÖVP wird bei der Sitzung morgen Freitag einen entsprechenden Antrag einbringen. Viel Aussicht auf Erfolg hat sie damit angesichts der Mehrheitsverhältnisse allerdings nicht. Sollte es trotz der angekündigten ÖVP-Initiative zur Abstimmung über den Fichtenbauer-Vorschlag kommen, dann bedeute das jedenfalls, dass eine Mehrheit über seine Partei drüberfahre. Die Motivation dahinter sei es, wichtige Themen, wie mögliche illegale Parteienfinanzierung auf den "St.Nimmerleinstag" zu verschieben, so der Abgeordnete.

Strategie vermutet. Der Verdacht der Parteienfinanzierung (der ÖVP geht es dabei um die Aufklärung von möglichen Geldflüssen zwischen SPÖ, BAWAG und ÖGB, Anm.) steht laut Kukacka am hinteren Ende der anvisierten Themenliste. Damit sei zu befürchten, dass die Frage im Falle von Neuwahlen nicht mehr behandelt werden könne, erläuterte er. Der VP-Politiker vermutet dahinter "eine Strategie der SPÖ". Dies empört Kukacka umso mehr, da es einen klaren Zusammenhang zwischen den Haidinger-Aussagen und der BAWAG- Affäre gebe, wie er betonte.

Unverständnis. Die ÖVP stößt sich aber auch an der Wahl der Zeugen. So seien zur Causa Postenbesetzungen nur Mitarbeiter des Innenministeriums und des Finanzministeriums geladen. Keine Auskunftspersonen seien hingegen für die Zeit nach 2006 aus dem Justizministerium geplant. Bei einigen VP-Vertretern, die ebenfalls auf der Zeugenliste stehen, kann Kukacka erst gar nicht den Zusammenhang mit dem Untersuchungsauftrag erkennen. Als Beispiel nannte er unter anderem Vizekanzler Wilhelm Molterer. Dieser sei zur Zeit der Vorwürfe der verspäteten Aktenlieferungen an den Bankenausschuss gar nicht Finanzminister gewesen, habe also mit der Vollziehung des Bundes nichts zu tun gehabt, so die Argumentation.


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